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goldenen Wünsche schwebte fortan für das lüsterne Europa über dem atlantischen Ocean. Da kommt der tapfere Florentiner Verrazzano 1524, und wird von den Wilden gefressen. Zehn Jahre später suchen die französischen Brüder Cartier hier ein Neu-Frankreich und finden es so wenig, als ihr Ritter Roberval. Kaiser KarlV. sendet 1528 den Pamphilo de Narvaez, der mit den Indianern kämpft und im Meere ertrinkt mit Mann und Maus. Unersättlicher Durst nach Ruhm und Gold hetzt den spanischen Ritter Fernando de Soto mit vielen Gleichdurstigen über das Meer. Er verrichtet Wunder der Tapferkeit gegen die Wilden und stirbt am Mississippi. Wie die Westgothen einst ihren König Alarich im Bette des Busento, so begruben die Spanier ihren Führer im Vater der Ströme, damit kein Indianer das Grab des Helden finde. – Der Glaubenskampf zerreißt die europäische Christenheit. Da richtet Coligny die hoffnungsvollen Blicke über den Ocean nach einer Freistätte für seine Hugenotten. Ribault führt sie, Unglück und Haß verfolgt sie. Eine heimwärtskehrende Schaar treibt der Hunger bis zum Auffressen der eigenen Gefährten. Ribault fällt in die Hand der Spanier. Menandez heißt deren von dem König Philipp II. zur Vernichtung der „Feinde Gottes“ ausgesandter Führer, der den Verirrten gastlich aufnimmt und ihn und seine Gefährten dann niedermetzeln und die zerstückten Leichen an den Bäumen aufhängen läßt. So zogen Verrath und Ketzermord in die neue Welt ein. Das war geschehen von 1562–1564. Schon im Jahre 1568 hing der Hugenotte Gurgues dieselben Spanier an denselben Bäumen auf. – Nun kommt ein Jahr, das man nicht mit Dinte schreiben sollte: 1562. Da ward Sir John Hawkins der Erfinder des Sklavenhandels, und Spanier waren seine ersten Käufer; da kam das Gift in den jungen Leib des Staats und wühlt darin unheilbar, sagt man, und droht ganze Glieder zu zerfressen. – Englands Elisabeth erhob ihr Auge zur neuen Welt. Raleigh und Gilbert opfern, jener all sein Vermögen und dieser sein Leben vergeblich dem Plane einer dauernden Kolonisation, und Amada und Barlow, die zuerst eine glühende Schilderung des neuen Landes heim brachten, gewannen für dasselbe nichts als den Namen, den es jetzt noch trägt: Virginia nannte es die „jungfräuliche Königin“, und so heißt es nun seit 291 Jahren. – Aber man merke: schon zu Elisabeths Zeit drängte nicht bloß Gold- und Ehrgeiz, Abenteuer- und Ruhmsucht zu kühnen Fahrten und Kämpfen in die neue Welt, sondern das, was heute die Auswanderungstriebfeder von Hunderttausenden in Europa ist: die Furcht vor Verarmung in der Heimath! – Die Rücksicht auf diese Furcht und die Aussicht auf den kostbaren Besitz jenseits des Oceans spornten zu immer neuen Unternehmungen an, die mit gleicher Energie, mit mehr Klugheit, aber noch lange mit demselben Mißgeschick, wie die früheren, ausgeführt wurden. Man sandte mit tüchtigen Seeleuten umsichtige Gouverneure und gelehrte Männer ab, begleitet nicht bloß von beutegierigem Gesindel, sondern von fleißigen Arbeitern. In der Ansiedelungsgeschichte jener Zeit begegnen wir Namen wie Richard Grenville, Ralph Lane, Heriot, Franz Drake, John White, aber Aller Arbeit und Wagniß scheiterte bald an