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der Tapferkeit der Indianer, bald an der Zügellosigkeit der Ansiedler und bald an den Tücken des Meers. Nur Lane that einen kühnen Griff in die Vorrathskammer der Kultur: ein Lieblingsvergnügen der „Wilden“ wurde durch ihn zu einem Genuß für alle Stände aller Nationen der alten Welt und zur Erwerbsquelle für Millionen erhoben– das Tabaksrauchen. Die eigentliche Geschichte der englischen Kolonien in Nordamerika datirt von dem „Freibriefe“ des Königs Jakob vom 10. April 1606. Da begannen die königlichen Kraftmittel zu wirken, und ebenso königlich war gar lange noch der Kampf der Rothhaut gegen die Eindringlinge. Hier beginnt erst die rechte Großartigkeit der Jugendgeschichte Virginiens. Wir dürfen uns jedoch von ihr nicht weiter verlocken lassen. Man verlangt Das ja nicht von den wenigen bildbegleitenden Blättern des Universums. Dafür aber, daß der freundliche Leser sich nach der Geschichte von Virginien anderweit umsehen muß, erzähle ich ihm eine Episode aus dem großen Epos jener Zeit, als ein Beispiel von den tausend einzelnen Zügen von Hochherzigkeit und Heldenmuth in dem wilden Durcheinander der Kämpfe. Das bin ich meinen einleitenden Worten zum Beweis schuldig. Es ist Virginiens schönste Geschichte von Pocahontas, dem Indianerkind.

Werowocomoco hieß die Indianerstadt, wo der König Powhatan sein Herrscherzelt aufgeschlagen hatte. Dorthin führte eine Schaar der Tapferen seines Stammes einen gefangenen Weißen. Er hatte gekämpft an der Spitze der Seinen, bis der letzte Mann gefallen war. Powhatan erkannte in ihm seinen Todfeind, das Haupt der Kolonie am Jamesflusse, den kühnsten Verfolger, den klügsten Unterdrücker der Rothhaut, John Smith, den Schrecken der Wildniß. Da hielt der König Rath über ihn, und die Männer beschlossen des Feindes Tod. Sie wälzten einen großen Stein vor Powhatan’s Sitz, führten vor ihn hin den weißen Mann und beugten seinen Kopf auf den Stein. Dann schwiegen Alle, nur die Bäume rauschten im Urwald. Und als sie den Todtengesang begannen, ergriff der König eine schwere Keule, um des Feindes Leben mit Einem Schlage zu vernichten. Schon schwang er die Waffe hoch über seinem Haupte, da stürzte sein Töchterlein Pocahontas herbei zwischen den Stein und ihn und umschlang seine Füße und flehte um Gnade für den weißen Fremdling. Aber des Königs Wille war gar fest, sein Herz blieb unerschüttert von den Thränen seines Lieblings. Und Pocahontas war des Vaters würdiges Kind. Als ihre flehende Klage vergeblich war, umfaßte sie den Feind mit ihren Armen, legte ihr kindliches Haupt auf das seine und sprach: Vater, die Keule tödte erst mich! Da ging des Kindes Stärke über die des Vaters. Er erhob sich, warf die Keule von sich und sprach: Er soll leben und dein Gefangener sein! – Pocahontas aber schenkte dem weißen Manne die Freiheit und entließ ihn zu den Seinen. – John Smith fand die Ansiedelung am Jamesflusse dem Untergang nahe. Und wieder war es das Indianerkind, welches der Retter wurde für Alle. Es versorgte den weißen Mann reichlich mit Lebensmitteln für ihn und seine Gefährten, bis ihnen Hülfe kam aus der eigenen Heimath. In jenen Tagen des Kampfs ihres