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der Ebene von Pontlong. Den Bauplatz dazu hatten die Bewohner des Thales von Ossau abgetreten gegen das Versprechen für sich und ihre Nachkommen, daß sie in dem Saale des Schlosses, in welchem der Cour Majour abzuhalten sein würde, während der Sitzungen desselben stets das Recht des ersten Platzes haben sollten, ein Zeugniß des Bearner Bauernstolzes jener Zeit. Auch den Namen des Schlosses sucht die Sage zu erklären. Man habe, berichtet sie, zur Bezeichnung der Ausdehnung des abgetretenen Raums drei Pfähle (lat. pali) eingeschlagen; da, wo der mittelste Pfahl (palum) stand, erhob sich das Schloß und hieß deshalb Chateau du Pal (Pfahlburg), welches Pal der Volksmund nach und nach in Pau umgewandelt habe. Andere leiten den Namen von palus, Sumpf, ab, nach der noch jetzt nicht ganz verschwundenen Eigenschaft großer Strecken des Landes. Das Schloß hieß später Castel Menou und erfreute sich einige Jahrhunderte des Ansehens, daß des Landes Fürsten dort häufig Hof hielten und viele Vasallen und Unterthanen sich um dasselbe niederließen. Dann ward ein größeres Schloß unweit davon gebaut und das alte verlassen. Der allgemach hier entstandene Ort wuchs jedoch sehr langsam, und als 500 Jahre nach jenem ersten Gaston ein anderer desselben Namens (als Graf von Foix Gaston IV.) Vicomte wurde, konnte er eine raschere Vermehrung der Bevölkerung und die Anlage neuer Bauten nur dadurch herbeiführen, daß er Pau zu seiner Residenz erklärte, zum Markte erhob, Juraten einsetzte und diesen die Erhebung einer Abgabe von Wein und anderen Marktwaaren gestattete, wenn sie sich verpflichteten, den Ort mit einer Mauer zu umgeben und eine Kirche zu bauen. Das geschah 1468; schon fünf Jahre später stand die Kirche ganz, die Mauer halb vollendet da. Rasch hob sich nun der Markt zur Stadt, wurde 1502 Hauptstadt des Landes und Residenz der Fürsten, die nach einander den Häusern Foix, Grailly und Albret angehörten. Johanna von Albret, seit 1548 Gemahlin Antons von Bourbon, wurde die Mutter König Heinrichs IV., durch welchen Bearn an Frankreich kam. Heinrichs Geburtsstätte ist unser Schloß Pau.

Dieses „Königshaus“, wie es jetzt vor uns steht, bildet das westliche Ende der Stadt Pau. Es ist um 1518 von Main d’Albret während der Minderjährigkeit seines Enkels, des nachmaligen Heinrichs II., gebaut. Nach der vollständigen Einverleibung Bearns in Frankreich unter Ludwig XIII. verfiel das vernachlässigte Bauwerk. Es war einer der vielen volksschmeichlerischen Griffe Ludwig Philipps nach der Julirevolution, die Wiegenstätte des eigentlichen Paradekönigs der Bourbonen einer Restauration zu unterwerfen. Mehre Reliquien Heinrichs IV., seine Wiege, eine große Schildkrötenschale, das Bett seiner Mutter und ein Paar Porphyrvasen, ein Geschenk Bernadotte’s (der ebenfalls in Pau geboren ist) an Ludwig Philipp, waren in den Räumen zur Schau gestellt. Ein anderes Schaustück bezog das Schloß im Frühling 1848, nachdem die Februarrevolution über das Haus Orleans gesiegt hatte. Der Held der Wüste, Abd-el-Kader, der mit schamloser Verletzung des Völkerrechts als Gefangener nach Frankreich geschleppt worden war, wurde Ende April 1848 aus dem Fort Lamalgue bei Toulon hierher gebracht