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von wo er, sobald der Sommer naht, in die Stadt entflieht oder nach den nördlicheren Staaten, wenn er nicht in den höher gelegenen Gegenden des Inneren von Süd-Carolina eine lebenssichere Stätte zu einem Tusculum gefunden hat.

Die Zahl der Einwohner soll nach dem letzten Census (von 1850) sich auf 56,000 belaufen; im Jahr 1830 war sie 30,289. Damals zählte man gegen 15,000 Sklaven, jetzt zwischen 29- und 30,000. Von den 14,673 Sklaven des Jahres 1840 waren 676 im Handel, 1025 in Handwerken und Fabriken, 292 in der Seeschifffahrt und 226 im – gelehrten Fache beschäftigt. Man braucht nicht mehr nach Rußland zu gehen, um Menschen auf der Stufe der Bildung mit dem Halsring der Leibeigenschaft ausgezeichnet zu finden. – Obige Zahlen deuten schon darauf hin, daß auch hier die Sklaverei das Wachsthum der Bevölkerung mit hindert, wenn man auch den Fiebern einen großen Theil der Schuld daran zuschreiben muß. In sklavenfreien Staaten und Städten sind wiederholte Decimationen durch verheerende Seuchen immer bald wieder ausgeglichen worden und verringerten nur das gewöhnliche Verhältniß der Bevölkerungszunahme; in Charleston dagegen war während des Jahrzehnts von 1830–1840 die Volkszahl um 1000 zurück gegangen, in Nordamerika etwas Unerhörteres, als eine zehnfache Vergrößerung.

Trotzdem ist Charleston die bedeutendste Stadt der Vereinigten Staaten südlich vom Potomac und in Bezug auf die Bevölkerung die neunte der Union. Für Süd-Carolina bildet es das Entrepot des gesammten Handels, erhebt sich aber dadurch, daß es für die beiden wichtigsten Landesprodukte nicht nur Carolina’s, sondern der ganzen Vereinigten Staaten, für Baumwolle und Reis, ein Hauptausfuhrort ist, zu einer der ersten Seestädte Nordamerika’s und steht mit allen Plätzen Europa’s in Verbindung. Allerdings hat New-York ihm einen Theil dieses Handels entzogen, aber der Werth seiner Ausfuhr in diesen Produkten allein beträgt immer noch über 10 Millionen Dollars. Charlestons Kommunikationsmittel sind vortrefflich. Sein geräumiger und sicherer Hafen ist durch den 22 Meilen langen Santee-Kanal mit dem Flusse Santee und durch eine 136 engl. Meilen lange Eisenbahn mit Hamburg am Savannah verbunden. Dampfboote gehen täglich nach New-York, Wilmington in Nord-Carolina, nach Savannah in Georgien und St. Augustine in Florida. Den Verkehr mit den Städten des Binnenlandes vermitteln die täglichen Cars.

Der Eindruck, den Charleston nach dem ersten Gang durch seine Straßen bei dem Reisenden hinterläßt, ist ein sehr verschiedener von dem aller nördlicheren Städte der Union. Zwischen den Häusern modernsten, meist französischen Zuschnitts begegnen Deinem Blicke Gebäude von altehrwürdigem, ja von Alter baufälligem Aussehen. Bei der Jugend der meisten Städte Nordamerika’s überrascht diese Erscheinung. Charleston ist jedoch schon 1680 gegründet. Zehn Jahre später siedelte sich eine Schaar französischer Flüchtlinge hier an, vertriebene