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Honolulu.




Aus der Provence und Hesperiens geschichtereichen Städten und Gefilden eilen wir auf dem Schiffe der Erdumsegler zu den Friedensinseln des stillen Oceans. Vor uns erhebt sich am Fuße ausgebrannter Vulkane die Hauptstadt des Hawajischen Königreichs, Honelulu auf der Insel Oahu. Und wie die Hütten und Gruppen der Eingeborenen (Kanaken) im Vordergrund unserer Stahlplatte uns diese Sandwichsinsulaner noch dem Urzustande der Menschheit scheinbar ziemlich nahe stehend zeigen, so deutet die Mastenreihe, die vor der Stadt im Hintergrunde sich aus dem Meere erhebt, bereits an, daß der Strom des Weltverkehrs auch an diese Küsten schlage und die paradiesische Zwanglosigkeit unter den Palmen, die schon jetzt bei der großen Mehrzahl der Stadtbewohner verschwunden ist, in kurzer Zeit hier auch auf dem Lande nicht mehr zu finden sein werde.

Das Hawajische Königreich umfaßt die Größe von Würtemberg mit Hohenzollern, hat aber nicht viel über 100,000 Einwohner; die 380 Geviertmeilen Landes bestehen aus acht bewohnten und vier kleineren unbewohnten Inseln. Alle diese Inseln sind vulkanisch, am meisten Hawaji, das zwei noch immer thätige Feuerberge hat. Das Klima ist namentlich für Europäer sehr gesund und das Land außerordentlich fruchtbar. Schon jetzt erzeugen die Inseln fünf Millionen Pfund Zucker von ausgezeichneter Güte, Kaffee, der dem von Mokka, Tabak, der dem westindischen gleichkommt, ferner Reis, Mais, Tarro und vielerlei köstliche Früchte. Dazu sind viele tüchtige, industrielle Kräfte aus Europa hier eingewandert, und diese waren es, welche es möglich machten, daß das Hawajische Königreich sogar auf der Pariser Weltindustrieausstellung durch gute Arbeitsendungen vertreten sein konnte.

Es erfreut dies um so mehr, wenn man bedenkt, daß dieser Staat noch nicht viel über dreißig Jahre alt ist. Vor dieser Zeit lag noch dicke Finsterniß über dem Lande, das blindeste Heidenthum beherrschte alle Sinne, Kräfte und Hülfsquellen des Volks, Menschenopfer wurden vor den Götzen dargebracht, und Priester und Tyrannen wütheten in der schutzlosen Masse. Das ist vorbei. Sämmtliche Bewohner der Sandwichsinseln sind Christen. Die Mehrzahl ist protestantisch. Von 1820 bis 1840 sollen im ganzen Lande 44,895 Kinder Schulunterricht genossen haben und gegenwärtig nur noch wenige Insulaner hier leben, die nicht wenigstens lesen könnten.