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Die in das Hawajische übersetzten Religionsbücher findet man in jedem Hause, ja, in jeder Hütte, und die Regierung, von einheimischen Königen geordnet und geleitet, achtet und schützt jedes Einzelnen Freiheit und Rechte.

Der anscheinlich so kurze Weg aus religiösen, sittlichen und gesellschaftlichen Zuständen der untersten Stufe bis zu den Anfängen der Civilisation, bei denen die Eingeborenen glücklich angekommen sind, ist für Könige und Volk ein sehr schwerer und vielfach gestörter gewesen bis zur neuesten Zeit. Daß Cook hier 1779 seinen Tod gefunden hatte, blieb als ein arger Flecken am Strande haften. Europäische und amerikanische Schiffe mieden fortan die Inseln oder kamen in feindlicher Absicht. – Da bemächtigte sich der junge Kamehameha I. nach und nach der Herrschaft über alle Inseln, umgab sich dann mit Weißen und ward der Peter der Große dieses mitten in die Wogen des großen Ocean verwiesenen Völkchens. Mit ihm beginnt die jetzige Dynastie und eine geordnete Grundlage geordneter Zustände.

Die ersten Weißen, Young und Davis, behielt der König von amerikanischen Schiffen mit Gewalt zurück und erhob sie zu seinen Freunden und Rathgebern. Zu ihnen kam 1792 der Engländer Vancauver, der die ersten Pferde und Rinder auf die Inseln brachte. Sein Einfluß auf König und Volk war von großer Bedeutung, letzteres lernte durch ihn die Vorzüge der Weißen, ihrer Kenntnisse und Einrichtungen endlich verstehen und achten, denn die außerordentliche Vermehrung von Pferden, Rind- und Federvieh sprang sammt dem Nutzen daraus zu deutlich in die Augen, um jetzt, wo das Eigenthum des Einzelnen gesichert war, nicht endlich auch Lust am Erwerb zu erwecken. Der edle Kamehameha starb 1819 und sein Volk betrauerte ihn seiner würdig. Sein Nachfolger war Liholiho. Unter ihm riß das Volk, vom Oberpriester bis zum letzten Kanaken, sich von der heidnischen Abgötterei los, und schon 1820 kamen die ersten Missionäre aus Nordamerika, gründeten Schulen, so daß schon 1827 über 2000 Kanaken lesen konnten, und lehrten das Christenthum. Liholiho starb auf einer Reise in England. Mit dem Regierungsantritt Kamehameha’s II. beginnt die Zeit der Trübsal der Inseln, weil – die großen europäischen See- und Kulturstaaten mit ihrem Christenthum zugleich ihren Branntwein und ihre Herrschaft dem in aufkeimendem Wohlstand lebenden Völkchen aufdrängen wollten. Katholische Missionäre wurden von französischen Kriegsschiffen mit Gewalt an das Land geschafft; nun versuchte sich Gewalt gegen Gewalt, und der Stärkere behielt Recht. Die Stärkeren saßen aber stets auf den großen europäischen Fregatten, und weder Engländer noch Franzosen entblödeten sich, ihre Kanonen auf die schutzlose Stadt zu richten, die ihnen nicht mit gleichen Waffen zu dienen vermochte. Der arme König hatte kein Kronstadt vor dem Hafen und Eingang zu seiner Residenz Honolulu. Dieses gemeine Treiben wiederholte sich von beiden seemächtlichen Seiten bis 1849, wo endlich die Unabhängigkeit des Hawajischen Staats von den Vereinigten Staaten, England und Frankreich, wie immer „für ewige Zeiten“, anerkannt wurde. Kamehameha III. starb 1854; der jetzige Regent,