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„nicht weit her“ war, taugte nichts, und wer nichts taugte, war „nicht weit her“. Ist das nicht anders, nicht besser geworden? Bei den schönsten Arbeiten da unten im Schlosse, zu deren Vollendung Handwerk und Kunst sich die Hände reichen mußten, frage: Wer sind ihre Meister? Wer war des Schlosses Maurer? Wer verfertigte jene Kronleuchter? Wer jene Holzschnitzereien der Sessel, Stühle und Wandbänke, der Thüren und Decken? Wer jenen kunstreichen Credenztisch? Wer die architektonische Malerei der Zimmer? Wer die Glasmalereien der Fenster und Thüren? Wer die plastischen Ornamente und historischen Skulpturwerke? Da erfährst du Namen, wie: Meister Thomas, Meister Meiße, Meister Morgenroth, Meister Rieneck, Eberlein, Kellner, Thieme, Müller u. s.w., lauter deutsche Namen, deren Inhaber nicht weit her, meistens in Meiningen und, wenn nicht im Inland, höchstens nur in Deutschland daheim sind. Das thut wohl und macht dem edlen Bauherrn wie den tüchtigen Meistern der Heimath Ehre!

Deshalb glauben wir’s auch nicht, wenn uns die Leute im Thale weiß machen wollen, wir ständen hierauf dem Thurm gerade über der Hölle. Das ist nicht wahr, sondern tief unten im Grunde des Thurms liegt ein großer Schatz begraben und lauert ein versteinerter Mann auf Erlösung, und das ging so zu. Es war einmal ein uralter Herzog, der wollte jagen. Da schickte er seinen Kammerherrn voraus, daß er die Jagd anstelle. Der aber kam auf den Landwehrberg als ein müder Mann und nickte bei dem Thurme ein. Da träumte ihm von einer wunderschönen Jungfrau in einem schneeweißen Kleide, die winkte ihm und deutete mit dem Finger auf die Glücksblume. Und als er erwachte, blühte vor ihm im Boden eine große Schlüsselblume, die zog er heraus und siehe, an der Wurzel hing ein großmächtiger Schlüssel, und eine Eisenthür stand plötzlich vor ihm in der Mauer. Als ein kluger und tapferer Herr ging er mit dem Schlüssel darauf los, die Thür sprang auf und da lag’s haufenweis von Gold und Edelgestein. Aber wie er nun mit beiden Händen zugreifen will, hat’s der Teufel besorgt, daß die Jagdhörner ertönten und sein gnädigster Gebieter da war und ihm rief. Eiligst sprang er hervor, steckte den Schlüssel in die Tasche, – und verlor die Blume! Freilich schlich er gleich nach der Jagd wieder hin zum Schatz, aber vergeblich: er fand die Eisenthür nicht wieder. Da stieg er hinauf, wo im Thurm ein Loch durch den Schlußstein des Gewölbes geht, und da harret er nun, den Schlüssel in der Hand, der weißen Jungfrau und versteinerte nach und nach, um das Warten besser aushalten zu können. Armer Mann, du kannst noch lange lauern! Du hast ja die Blume verloren! – Darum merk’s, lieber Leser: willst du den Schatz heben, so wahre die Blume! – Hast du sie verloren, so hebst du den Schatz nimmermehr.