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Soole zwei Maß Salz gewinnen sollen; sie nennen den See deshalb the great Briny Shallow, die große Sooluntiefe.

Bauart und Aussehen unterscheiden die Salzseestadt von jeder anderen in der Welt. Als am 24. Juli 1847 (seitdem ein jährlicher Jubeltag der Mormonen) die Präsidentschaft, den Seher Young an der Spitze, am Salzsee ankam, ließ sie, nachdem in feierlichster Weise das Land dem Herrn und seinen Heiligen geweiht war, zuerst alle Hände sich regen zum Aufbau eines Forts. Man verwandte dazu im nördlichen Theile des Stadtgebiets, der sich terrassenförmig erhebt, die höchstgelegenen 40 Acres Landes. Hierauf ward das Stadtgebiet in Vierecke von je 10 Acres Größe zerschlagen, von welchen jeder Mann 1¼ Acker zum Haus-, Feld- und Gartenbau erhielt. Die großen Vierecke (Blocks genannt) sind getrennt durch rechtwinkelige Straßen von je 132 Fuß Breite, die mit 25 Fuß breiten Seitengängen längs der Häuser versehen, mit Baumreihen bepflanzt und mit Wasserleitungen aus dem City Creek durchzogen sind. Diese Bauart ist ebenso malerisch, als gesund. Die einzelnen Wohnstätten werden durch beträchtliche Zwischenräume von einander getrennt, während die Straßen in kurzen Entfernungen auf einander folgen. Gegen Westen dehnt sich die Stadt bis an den Jordanfluß aus. – Die Häuser, meist einstöckig und von Adobes (an der Sonne getrockneten Ziegeln von bläulichem Lehm) gebaut, haben ein gefälliges Aeußere. Einzelne zweistöckige Gebäude, die dazwischen emporragen, zeichnen sich als die Wohnungen des Sehers und Präsidenten und der Kirchen-Aeltesten aus. Größere Bauwerke aus der ersten Zeit der Stadt sind das Tabernakel und das Rathaus. Ersteres, ein langes, breites, niedriges Gebäude, das 6000 Personen faßt, ist der Tempel der Heiligen; letzteres, von geringerem Umfang, dient der Verwaltungs- und Rechtspflege. Schon im Sommer 1848 hatte man den Jordan überbrückt, ebenso sieben andere kleinere Flüsse, einen großen Wasserbehälter mit Bewässerungskanälen versehen und ein großes Badehaus am See, drei Mahlmühlen und sechs Sägemühlen gebaut. Im Jahr 1850 wurde ein großes Stadthaus vollendet. Eine vier Meilen lange Holzbahn verbindet die Stadt mit den Red-Butte-Steinbrüchen, aus welchen der schöne rothe Sandstein zum Tempelblock beigeführt wird. Man wollte ein Gebäude errichten, das alle von Menschenhänden gemachten übertreffen und nur jenem Bau nachstehen sollte, welcher einst, wenn die Präsidentschaft in Neujerusalem eingesetzt sey, die Stätte zieren würde, wo vormals der Zionstempel stand. Nördlich vom „Temple Block“ und nahe bei demselben erhebt sich, die Tempelstadt überragend, der Hügel des Paniers (Ensign Mount), weithin sichtbar. Auf ihm soll die große Fahne, welche die Flaggen aller Nationen in sich vereint, als Symbol der Einheit wehen, auf daß erfüllet werde, was der Prophet Jesaias sagt: „Und wird ein Panier unter die Heiden aufwerfen und zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten zu Hauf führen aus Juda von den vier Oertern des Erdreichs etc.“ – Neben solchen Ueberschwänglichkeiten der Zukunft wurde der Gegenwart mit aller Sorge gedacht.