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und Milchstraße und Nebelflecke sind längst zu Kranz und Blumen von unzähligen Sternen geworden. Wie viel Milliassen lebender, wie viel Milliarden denkender Wesen athmen dort? Wie viel Jahrtausende an Bildung und Gesittung sind sie uns, sind wir ihnen voraus? Oder ist gerade jetzt unsere Erde das Kultur-Europa der übrigen Weltalltheile? Lernen wir nie die Bewohner eines andern Sternes kennen? Oder gibt es einst eine Genossenschaft der Auserwählten aller Sterne? Was wird aus den Trümmern unseres Planeten, wenn auch ihn einst das verhängnißvolle „Blühen der Sterne“ ergreift? – Wunderliche Fragen! Ihr selbst seid nur ein Beispiel, wie weit des Menschen Geist hinüber schwärmen kann in die Unendlichkeiten des Weltalls, aber Anfang und Ende bleiben ihm verschlossen.

Des Menschengeistes Stellung im All entsprechend ist die des Leibes auf unserer Erde. Die äußersten Theile derselben sind ihm unerreichbar, sein Organismus bannt ihn auf einen sehr beschränkten Raum seines großen Planeten. Von den 1719 geogr. Meilen des Erddurchmessers und von den 9 bis 36 Meilen der das Centralfeuer umhüllenden Erdrinde hat der Mensch noch nicht eine Meile erforscht, die tiefsten Bergwerke und betretenen Höhlen erreichen noch nicht das Maß einer halben Meile, und die größte Tiefe des Meers ist noch unermittelt. Wie die Erdrinde zieht auch die Atmosphäre dem kühnen Forscher unübersteigliche Grenzen. Sie umgibt dieselbe in einer Höhe von 132- bis 175,000 Fuß, aber auch davon hat der Mensch noch nicht eine Meile (24,000 Fuß) durchmessen, obwohl der Forschermuth der Männer weiter in die Höhe, als in die Tiefe drang. Im Luftschiffe stiegen Gay-Lussac und Biot 1809 bis zur Höhe von 21,600 Fuß, also um mehre hundert Fuß höher, als der Gipfel des Chimborasso ist, an welchem Alexander v. Humboldt und Bonpland am 23. Juni 1803 die Höhe von mehr als 18,000 Fuß erreicht hatten; Amerika’s mächtigster Adler, der Condor, fliegt kaum 1000 Fuß höher. So sehen wir denn dem Menschen auf der ungeheueren Oberfläche der Erde (sie beträgt 9,281,910 geogr. Geviertmeilen!) zum Forschen in die Tiefe und in die Höhe ein kaum 1½ Meilen breites Gebiet frei gegeben; sobald er höher steigt, sobald er tiefer dringt, zieht die Natur für ihn die Lebensleiter zurück.

Und nicht nur in die Höhe und Tiefe, auf der Oberfläche der Erde selbst sind seinem Organismus Grenzen des Vorwärts gezogen. Sind auch die Wüsten der heißen Zone nicht mehr undurchdringlich, so stehen doch der Edda schreckliche Eisriesen noch heute fest als unerbittliche Wächter vor den Geheimnissen der äußersten Polarwelt. Noch blieb der höchste Nord unbetreten von des Menschen Fuß, obgleich gerade für seine Ueberwältigung die kühnsten Unternehmungen gewagt, unsägliche Leiden erduldet, die schmerzlichsten Opfer gebracht worden sind. Noch können uns unsere Erdkarten im Süden nur die muthmaßlichen Grenzen eines antarktischen Kontinents andeuten, und um den Nordpol schattirt man ein „wahrscheinliches Polarland“; noch ist man im Süden