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bis das Herzpochen der Angst und der Sehnsucht in den Seinen und seinen Freunden laut wurde und ihr Jammer ganz Europa für ihn und seine Gefährten zu Hülfe rief. Zehn Jahre lang zogen die Segel zur Rettung hinauf zu den Eskimo’s. Franklins Gattin, seine Freunde, seine Regierung, seine Verehrer in Europa und Amerika haben Alles gethan und gewagt, was Liebe und Pflicht gebieten. Man fand nichts, als Ueberreste von britischen Schiffsgegenständen, die Anzeichen eines Lagerplatzes, drei Gräber von Mitgliedern der Expedition mit Inschriften aus der Zeit des ersten Winterlagers und eine Kunde der Eskimo’s, daß im Frühling 1850 über 40 Weiße wohl mehr als 10–12 Tagereisen gegen Westen jenseits des großen Fischflusses durch Mangel an Lebensmittel umgekommen seien. Von Schiffstrümmern, Papieren, menschlichen Ueberresten nirgends eine Spur. Welches Ende fand der Mann mit seinen Braven? Es ist nur eine Nachricht darüber da. Sie ist entstanden in dem Geiste unseres Schleiden und lautet so: An einsamer eisiger Küste steht das Lager der unglücklichen Seeleute. Die Vorräthe sind verzehrt; Einer nach dem Andern unterliegt dem qualvollen Tode durch Kälte, Hunger und Erschöpfung. Vergebens durchspäht das Auge des edlen Franklin, des letzten Uebriggebliebenen, die ausgestorbene Wüste. Ermattet sinkt er nieder, und mit den letzten bitteren Worten: „Das Vaterland hat uns verlassen und vergessen!“ haucht er seine muthige Seele aus. Jahre kommen und vergehen. Da schimmern weiße Segel; die englische Flagge naht sich abermals dem ausgestorbenen Strande. In ängstlicher Hast eilen die Seemänner dem Zelte zu. Nichts regt sich. Noch ein Schritt; sie stehen an der Leiche ihres verlorenen Gefährten. Auf seinem Antlitz lesen sie den letzten Todesseufzer, den die herzlose Kälte der Natur mit boshafter Treue aufbewahrt hat. Stumm, vorwärts gebeugt, in peinigender Angst, lauschen sie, ob nicht irgend ein Geräusch in der Nähe noch eine Lebensspur verräth. Umsonst! Alles ist stumm, wie das Grab; kein Laut tönt unter dem weißen Leichentuche der Natur hervor; nur das innere Ohr vernimmt das schreckliche Wort, welches die alten nordischen Schicksalsraben in jeder Stunde dem siechen Europa zukrächzen: „Es ist zu spät!“