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der Fürstenhof zu Wismar. Man nahm hier die großartigen Raumverhältnisse und die horizontalen Linien des Renaissance-Baues und schmückte die einzelnen Theile und Oeffnungen durch Abgrenzungen und Einfassungen mit Bildungen aus gebranntem Thon. So entstand Das, was die Männer im Lande nicht ungern den „mecklenburgischen Styl“ nennen hörten.

Die vom Herzog Johann Albrecht vollendeten Bauten sind das lange Haus, nach dem großen See hin, das Zeughaus, nach dem Burgsee, beide mit Reliefs aus gebranntem Thon verziert, ferner das neue Haus, als eine Verlängerung des langen Hauses nach der Richtung des Kalkwerder hin, und an der andern Seite die Schloßkirche, deren Ziegelreliefs die spätere Zeit unter Kalkputzlagen versteckt hat. Die Befestigungen des Schlosses führte der italienische Baumeister Francesco a Bornau aus.

Von 1576 bis 1617 stand der Bau sich selbst überlassen da. Rasche Regentenwechsel, Residenzverlegungen und die immer näher rückende Noth schwerer Zeiten verursachten das. Adolf Friedrich I. (1608, † 1658) war es, der zuerst wieder die zum Theil noch öden Räume der Feste Schwerin mit den Restaurationsplänen durchschritt, die sein Baumeister, der Kapitän Gert Evert Piloot aus Ostfriesland, entworfen hatte und die noch vorhanden sind. Die Ausführung derselben gedieh jedoch nicht weiter, als zum Abbruch einiger alten Gebäude, den Fundamentalarbeiten zu neuen und zum Abputz und neuer Verzierung der aus Johann Albrechts Zeit noch wohlerhaltenen. Was von dieser Restauration zu Tage gefördert wurde, zeigt bereits den Uebergang vom Renaissancestyl zu dem Rokkoko der nächstfolgenden Periode. – Der dreißigjährige Krieg zerriß alle Pläne, auch die des ephemeren Herrschers in diesen Landen, des Herzogs von Friedland, den das Schwert des Schwedenkönigs früher erreichte, als seine Baulust das Schloß von Schwerin. Nach dem Kriege stand das Schloß mitten im Elend des Landes und machte keine Ansprüche auf ein besseres Schicksal. Ueber hundert Jahre später entfaltete sich in den, einem „besorglichen Verfall“ zueilenden Räumen eine zwar rasch vorübergehende, aber doch edle Kunstblüthe: die berühmten Schauspiele unter Herzog Christian Ludwig II., welche einen Schönemann, Eckhof und Ackermann auf die Breter führten. Dem Schlosse selbst kamen jedoch nur die nothdürftigsten Reparaturen zu Gute. Noch schlimmere Zeiten brachte ihm die Regierung des Herzogs Friedrich und seines Nachfolgers. Das war die Zeit, wo für das kleinste Paris ein entsprechendes Versailles geschaffen werden mußte; Ludwigslust wurde das Versailles von Schwerin. Die schlimmste Aussicht stellte endlich Großherzog Paul Friedrich der alten Inselburg durch den in großartigen Verhältnissen begonnenen Bau eines neuen Residenzschlosses am Ende des Alten Gartens. Kaum waren aber die Grundmauern aus der Erde erstanden, als er, 1842, unerwartet starb und hinabgelegt wurde zu Johann Albrecht in die Heiligen-Bluts-Kapelle des schweriner Doms.

Erst der gegenwärtige Regent, Großherzog Friedrich Franz II., schloß die Thore der alten Burg wieder