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französisches Wort (Flibustiers), also kurzweg Räuber, insbesondere Seeräuber. Der Ursprung desselben fällt in das 16. Jahrhundert. Das Glück der Spanier als Herren Westindiens und weiter Länderstrecken vom Festlande Amerika’s lockte ihnen Glücksbedürftige aller anderen Nationen, namentlich der Franzosen und Engländer, nach. Der Ansiedelung derselben setzten die Spanier den heftigsten Widerstand entgegen, die Nothwehr gab den Abenteurern die Waffen in die Hand, sie erkämpften sich auf der Nordküste von St. Domingo und auf Tortuga festen Boden, und bald stand eine Kolonie da von der seltsamsten Zusammensetzung. Ein Theil der Mitglieder widmete sich ausschließlich der Jagd auf Büffel und Bären und verhandelte Häute und Talg an die Holländer. Diese nannten sich Buccanier, d. h. Leute, welche Fische und Fleisch nach Art der Indianer dürren und räuchern. Ihnen fielen zugleich die Kämpfe und Raubzüge gegen die Spanier zu Lande anheim. Eine andere Schaar machte das Meer zu seinem Wald und Acker; sie erklärten alles spanische Gut, das ihnen zur See in den Weg kam, für freie Beute. Das waren die Flibustier. Alle des Jäger- und Räuberlebens Müde oder diesem Abholde ließen sich auf Tortuga als Pflanzer nieder, aber immer kampfbereit gegen alles Spanische. Zu diesen drei Kolonistenklassen gesellten sich zahlreiche neue Ankömmlinge aus Frankreich als verpflichtete Dienstboten. Ueber anderthalb Jahrhunderte war dieser Räuberstaat der Schrecken von ganz Amerika und aller dort seefahrenden Nationen. Die Buccanier, nach den furchtbarsten Kämpfen von den Spaniern aus St. Domingo vertrieben, verstärkten nun die Kampfschaaren der Flibustier und gingen bald auch dem Namen nach in diesen auf. Die Züge, Thaten und Verbrechen der Flibustier sind das Ungeheuerste von Allem, was die menschliche Verwegenheit, Kraft, Ausdauer und herzensstarre Bosheit ausgeführt hat. Ein späterer Artikel gibt uns Gelegenheit, Einzelnes aus der gräßlichen Bilderreihe der Schicksale einer Gesellschaft, die, ohne geregeltes System, ohne Gesetz, ohne Subordination, ohne bestimmte Einkünfte, die Furcht, den Abscheu und die Verwunderung ihres ganzen Zeitalters erregt hat, genauer zu betrachten. Erst mit dem Jahr 1722, wo nach einem furchtbaren Kampf mit „der Schwalbe des Kapitäns Ogle“ alle Flibustier, die nicht den Tod in den Wellen und durch das Schwert gefunden hatten, am Galgen starben, verschwinden sie sammt ihren Namen aus der Geschichte.

Da plötzlich, im Herbst 1851, steigt, und abermals über dem spanischen Amerika, der kohlschwarze Phönix aus der Asche. Narciso Lopez landet in Kuba. „Flibustier!“ ruft der Schrecken bis nach Spanien und noch weiter. Das Wort war wieder da, aber nicht das, was es bedeutet. Die neuen Flibustier nannten sich Befreier, nicht Räuber; die Garotte machte dem kurzen Drama ein Ende. – Kaum sind die Athemzüge der Erschrockenen wieder in geregeltem Gang, so erschallt der Schreckensruf von Neuem: ein Flibustier-General landet mit einer Flibustier-Armee in einem Staate Mittelamerika’s, gerufen als Retter für eine Partei und gekommen für Alle als Eroberer. Das ist Walker mit seinen Flibustiern.