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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band | |
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für den zukünftigen Weltverkehr und den Willen der Völker der Union, sich dieses Thor der einstigen Handelskönigin der Welt im „großen Passageland des freien Verkehrs für alle Völker“ von keiner Macht der Erde entreißen zu lassen, ist im Bd. XVII, S. 17 (Der See Nicaragua) und S. 141 ff. (Der See Managua etc.) ausführlich gesprochen. Dahin verweisend, übergebe ich die Leser der Führung J. Fröbel’s, welcher einen großen Theil Mittelamerika’s und namentlich Nicaragua im Interesse des Universums bereist hat. Er schreibt:
Leon, die Hauptstadt von Nicaragua, bedeckt einen weiten Raum auf einer der schönsten und fruchtbarsten Ebenen der Welt. Diese Ebene ist im Norden durch eine Reihe vulkanischer Gipfel begrenzt, welche fast wie riesenhafte Kunstwerke aus der bewaldeten Fläche emporsteigen. Südwärts ist sie von einem Zuge grüner Hügel eingesäumt, während sie im Osten sich am Fuße des Acsusco an den See von Managua anschließt, und gegen Westen und Südwesten sich ungehemmt bis an das stille Meer erstreckt. – Zwei kleine Flüsse durchschneiden, der eine im Norden, der andere im Süden der Stadt, in dunkelbeschatteten Schluchten die Fläche. In der trockenen Jahreszeit führen sie krystallhelles Wasser, welches aus starken Quellen hervordringt. Unter der Stadt vereinigen sie sich und erreichen, in einer Entfernung von sechzehn bis achtzehn Meilen, das Meer. Der nördliche von ihnen läuft zwischen der eigentlichen Stadt und der Vorstadt Guadelupe durch. Eine alte steinerne Brücke, die niemals vollendet wurde und wieder halb verfallen ist, spannt über das kleine Thal ihre von Gesträuch halb verhüllten Bogen. – Die Stadt ist regelmäßig gebaut, mit geraden Straßen und großen einstöckigen Häusern, welche, wie die Häuser aller Städte dieses Landes, mit ihren Höfen einen großen Raum einnehmen. Aber noch mehr breiten sich die zerstreuten Hütten der Vorstädte mit ihren Gärten zwischen Wald und Gebüsch aus, und da hinein gewährt unsere Stahlplatte uns einen Blick. Unter den öffentlichen Gebäuden lenkt die Kathedrale vorzugsweise den Blick auf sich. In jeder Ansicht der Stadt bildet sie den dominirenden Gegenstand. Sie ist ein massives Steingebäude, mit gewölbtem massivem Dache und mehreren Kuppeln, und gilt als das bedeutendste Bauwerk im ganzen spanischen Amerika. Ihre Erbauung fällt in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts (1706–1743). Ihr vortreffliches Mauerwerk hat verschiedene Erdstöße ausgehalten, ohne eine Spur davon zu zeigen. In den Bürgerkriegen der zwanziger Jahre hat sich ihre Festigkeit nicht minder bewährt. In dieser Zeit der Verwüstung, aus der noch jetzt die Hälfte der inneren Stadt in Trümmern liegt, hat sie wiederholte Kanonaden ausgehalten, und 1823 haben dreißig Kanonen auf der Plattform ihres Daches gestanden. Ein Blitzstrahl jedoch hat in einem der letzten Jahre die Spitze des einen Thurmes zerschmettert und den Thurm gespalten. Das Panorama von dem Dache dieser Kirche gehört zu den prachtvollsten Sehenswürdigkeiten in ganz Central-Amerika. Zu den Füßen liegt die Stadt mit ihren geraden rechtwinkeligen Straßen, breiten Häusern, Ruinen, Höfen
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1857, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_18._Band_1857.djvu/42&oldid=- (Version vom 6.12.2025)