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amphitheatralischen Riesenlaube mit Springquell, Grotte und Bierkeller, einem Feenpalast, wenn er bis hoch zu den Wipfeln der Bäume mit tausend Lampen geschmückt ist. Von da zum Burgberg schreitend gelangen wir zum Bernhardsplatz mit der Fernsicht auf weite blaue Gebirgszüge, und von diesem aus am Tannenwäldchen hin zur Burg, deren Trümmer stolz auf einem Dolomitfelsen thronen. Die Landschaftsbilder durch die Fensterhöhlen sind so in keiner Gemäldegalerie wieder zu finden. Zwischen der Burgruine und dem Bernhardsplatz führt ein Waldpfad zum Felsentheater, das vom edlen Mosengeil (dem ersten deutschen Stenographen) in Abendglockenwehmuthschauern zur „stillen Kirche“ erhoben wurde. Durch den Hain des Burgbergs herabsteigend werden uns die etwaigen mathisson’schen Burgtrümmerreime vom Au- und vom Zigeunerbrunnen weggeschwemmt. Wir stehen an der Kaltwasser-Trinkpromenade und verfolgen sie bis zum Werner’s-Platz. Noch weiter, als da, reicht der Blick bei der Mooshütte am Aschberge: dort liegen über 37 Orte Dir zu Füßen. Von Liebenstein eine gute Viertelstunde ostwärts wandernd, stehen wir vor dem Eingang in das Thüringer Thal mit dem Eselssprung, einer hufähnlich eingepreßten Vertiefung in einen Fels, von welchem D. Luther, nach andern Sagen Christus selbst, auf einem Esel reitend hinab gesprungen ist. Wer von Liebenstein aus Glücksbrunn (Schloß und Ort mit einer großen Maschinen- und Kammwollspinnerei, nebst Musterwirthschaft) und Schweina (einen ansehnlichen Marktflecken) besucht, dem erscheint zwischen den mächtigen Granit- und Dolomitfelsen im Westen das Bild eines steinernen Riesen, der in seinen Mantel gehüllt dasitzt und einen hohen Pokal vor sich hält. Diese Bedeutung jenes Felskolosses erkannte zuerst ein Dichter, der’s verstand, und erzählt, der greise Zecher habe auf dieser Stelle mit goldenem Wein das schön blühende Land leben lassen und sei, den Becher in der Hand, gleich da geblieben. Denn:

„Er stieg nicht mehr herunter
Vom Felsenthron in’s Thal.
Er saß, ein steinern Wunder,
Hoch droben im Morgenstrahl. –

Der Wand’rer, freudeglühend,
Schaut noch den Zecher so,
Die Auen liegen blühend,
Noch seines Segens froh!“

In der Nähe des glücksbrunner Schlosses ist abermals ein schattenkühler Erdfall, uns aber nur des starken Baches wegen interessant, der aus einer Grotte dort hervorbricht. Könnten wir diesem Bache von da in seinem unterirdischen Felsenbette aufwärts folgen, so gelangten wir in die prächtigste Halle der großen Höhlen, die am 28. Juni 1798 hier entdeckt worden sind und über deren, bei voller Beleuchtung, bezauberndes Innere ich gar nichts verrathe. Hier gilt’s, unvorbereitet genießen! – Zu den Herrlichkeiten des Bades Liebenstein gehört aber auch noch das Sommerschloß Altenstein mit seinem großartigen Naturparke und dazwischen den nirgends störenden Gebilden der Menschenhand. Haben wir auf dem Gipfelpunkte des Thurms der alten Burg das Rundbild