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Fischen aus, und der Junker unterschrieb die 12 Artikel des Aufruhr-Manifestes. Als aber die böse Schlacht von Frankenhausen geschlagen war, kam das strenge Gericht auch über die Bauern dieser Thäler, und es blieben ihnen – so spottete der Junker – von den edelmännischen Fischen viele Gräten im Halse stecken. Im schmalkaldischen Krieg rettete sich die Burg durch ihre stärkere Befestigung. Damals saß droben Junker Asmus von Stein, ein Lehensmann des Herzogs Johann Friedrich des Mittleren von Sachsen, der durch die grumbachschen Händel Land und Freiheit verlor und nach achtundzwanzigjähriger Gefangenschaft in Oesterreich gestorben ist. Nachdem sein Vetter August, der Kurfürst von Sachsen, mit dem Reichsheer Gotha, des Herzogs Residenz, genommen hatte, ward auch Liebenstein belagert. Erst nach drei Monaten gelang die Erstürmung der tapfer vertheidigten Burg. Asmus fiel im Kampf, die Burg wurde zum größten Theil zerstört und der Glanz des Hauses war erloschen. Nur einen Theil der Güter konnte Asmus’ Wittwe erhalten, und stellte den Liebenstein nothdürftig wieder her. Ihre Nachkommen hetzte der dreißigjährige Krieg mit über die Schlachtfelder, die Familie schwand zusammen, so daß im Jahr 1676 nur noch eine alte Majorin mit zwei Dienerinnen in den öden Räumen saß. Da fiel die Burg an Herzog Ernst den Frommen, der sie Eulen und Sperbern, Schatzgräbern und Teufelsbannern zum Nachtquartier überließ. Stürme und Wetter fraßen am Dach, bis die Wolken in’s Gemäuer hineinschauen konnten, und so entstand die schöne Ruine, wie sie der Leser auf unserem Bilde über den Bergwald emporragen sieht.

Aber ein schöner Zug der Geschichte ist es, daß die Söhne der beiden Unglücklichen, durch deren Mißgeschick der Glanz Liebensteins auf dem Berge erloschen war, sich die Hand reichten, um ihn im Thale zu erneuen. Ein Sohn jenes Asmus, Hermann, wurde der Liebling des Herzogs Johann Kasimir von Koburg und Eisenach, eines Sohns jenes Johann Friedrichs des Mittlern. Herman bewog den Herzog, den Sauerbrunn unter Liebenstein zu gebrauchen. Derselbe sprudelte damals aus einem Morast bei einem kleinen Teiche unter einem hohlen, überhängenden Weidenbaum hervor und war von jeher von den Landleuten als ein gesundes Wasser getrunken worden gegen alle Krankheiten. Die Heilkraft des Quells schrieben diese natürlich dem alten Weidenstock zu, der mit Gewalt entfernt werden mußte. Man legte die Quelle frei, die 13 Fuß unter dem Morast aus reinem Kies hervorquoll, gab ihr eine schöne Umfassung mit Geländer und Treppe, und schon 1610 erschien die erste gelehrte Schrift des Magister Libavius über den „Kasimirianischen Gesundbrunnen zu Liebenstein“, der Herzog mit zahlreichem Hofstaat, großem Marstall und fünf Hofnarren belebten das bis dahin so stille Thal und zogen vornehme Gäste allerwärts herbei, und Liebenstein war für jene Zeit ein berühmter glänzender Badeort. Da kam der dreißigjährige Krieg, der etwas mehr auf dem Gewissen hat als Liebensteins Verfall. Erst zu Anfang des folgenden Jahrhunderts suchte ein Herr von Fischern das Bad wieder zu heben, erbaute daselbst ein Schloß, das jetzige Kurhaus, pflanzte die wohlthätigen Baumgruppen vor demselben und zog glücklich die fürstlichen Nachbarn