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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band | |
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wieder als Gäste zur alten Quelle. In seinen jetzigen Stand wurde der Badeort erst gesetzt, nachdem er durch Kauf in den Besitz des herzoglichen Hauses von Sachsen-Meiningen gekommen, und das geschah am 1. März 1800. Herzog Georg, ein Fürst, von welchem sich das Volk noch heute so viel Edles, Originelles und Handfestes erzählt, daß auch er einst ein Mann der Volkssage werden wird, ist der Restaurator des Bades. Er zauberte in die frische Waldnatur ringsum den blühenden Garten. Sein Nachfolger pflegte des Vaters Werk mit Liebe, die Umgebung gewann an Schmuck, das Bad an Reichhaltigkeit und zeitgemäßer Verbesserung der Anstalten; noch im Jahr 1846 wurde sogar 105 Fuß tief eine im Freien springende Mineralquelle erbohrt. Natur und Kunst haben ihre Pflicht gethan, sie spenden Segen für Leib und Seele, und keine Hölle vergiftet Heilung und Heil.
Da stehen sie und knieen sie, die Augen und die Hände erhoben im begeisterten Anstaunen des Wunders und im anbetungsvollen Nachschauen, die Geister der trauernden Erde entrückt. Der schöne Jüngling Johannes, den einst der Herr der Mutter zum Sohn gab, ist zum Mann geworden und preßt die gefalteten Hände auf das Herz voll Trauer und Wonne, und rings die Apostel alle, und sie allein im Entzücken der Erfüllung vom Worte des Herrn. Wie folg’ ich ihren Blicken mit zagender Lust! Ganz wie sie die guten Kinder im Himmel täglich sehen und jede Nacht, so schweben die Schaaren der Engel hernieder im Wolkenkranz, vergoldet von der ewigen Sonne. Und inmitten des Engelkranzes seh’ ich sie, die Mutter Maria, wie die Sehnsucht nach dem göttlichen Sohn sie hinauf in’s Reich des Ewigen hebt. Wie die Engel flattern zwischen den Wolken im Reihentanz! Und weit, weit hinauf, verschwindend im Aether, dehnt sich der Kreis der Engel, ein unermeßlicher Ringelreihen Gebete jauchzender Kinder des Himmels. Und hoch oben, aus der höchsten Herrlichkeit des ewigen Lichtes schwebt hernieder der Vater der Welt, die Arme liebend ausgebreitet der strahlenden Mutter der Gnade entgegen. Welch ein Glanz! Im Meere des Lichts schwebt sie höher und höher! Sie breitet die Arme aus! Ich fühl’s an der beengten Brust, darin mir das Herz pocht, wie sie den Athem an sich hält, wie des Wiedersehens Seligkeit die Heilige durchzittert!
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1857, Seite 61. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_18._Band_1857.djvu/70&oldid=- (Version vom 7.12.2025)