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Tausendjährigen Säulen und Bildern vorüber im Kreuzgang
     Führt uns der gläubige Mann zu der Basilika Thor,
Welche der „heiligen Frau von der Krippe“ der Glaube geweiht hat.
     Teppiche, herrlich durch Kunst, schmücken dort Säule und Wand.
Aber wir wallen hindurch. Tiefabwärts eilenden Stufen
     Folgend, durchzuckt uns ein Strahl, strahlet ein Licht in der Nacht
Heller und heller mit jeglichem Schritt, und nun blendender Lichtglanz!
     Jubelnd begrüßt Dich das Herz, heiligste Grotte der Welt!
Mächtiger Fels des Gebirgs umlagert gar sorglich die Höhle,
     Oeffnend zum Feld des Gesangs pilgernden Frommen den Gang.
Aber im Grunde hat Liebe und Glaube geschmücket die Stätte,
     Golden erglänzt das Gewölb, strahlend in Pracht der Altar,
Marmorn weiß darunter die Nische, von Lampen umhangen,
     Und auf dem Boden ein Stern! – Beuge die Kniee und lies:
„Hier hat Jesum Christum geboren Maria, die Jungfrau.“[1]
     Hier ist die Quelle des Stroms, welcher die Erde umströmt.

Geist ist der Strom. Es irrten die Geister verlassen in Nacht um,
     Bar des Stabes zum Gang, bar auch zum Gange des Ziels.
Stab und Ziel, das steckte und bot der Erlöser den Menschen,
     Zündend ein ewiges Licht an in den Häuptern dem Volk.
Neu ward die Staffel gebaut aufstrebender Lebensgestaltung,
     An Manchfaltigkeit reich hob ihr Gebild sich empor.
Gott in der Höh’ ist der schaffende Geist, der Erhalter der Welten,
     Der die Sphären des Alls liebebeseelend durchdringt.
Fest ist gebahnet der Pfad zum Ziele, dem höchsten und letzten:
     Heiligung Aller in Gott bis zur Beseligung dort!


  1. Die in Silber getriebene Schrift in dem Kreis um den Stern lautet: „Hic est natus Christus de virgine Maria.“