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die große Mühel aus einer Schlucht hervor in die Donau. Die Donau geht aber weiter, ein deutscher Strom, der seinen kulturgeschichtlichen Beruf wohl mitunter eine Zeit lang vergessen, aber nie aufgegeben hat.

Die germanische Kultur schiebt nach Osten vorwärts, im Norden von Preußen aus nach Polen, im Süden von Oesterreich aus in die Länder der Maggiaren und Südslaven, im Norden langsamer und Schritt vor Schritt, weil die Polen mit Nationalität und Religion den Preußen widerstreben, im Süden rasch und in kühnen Sprüngen, weil hier der Deutsche seinem Elemente folgt: der Donau entlang zum Meer! Zwischen Deutsch-Oesterreich und dem schwarzen Meere gibt es nur sehr wenige Städte, wo kein Deutscher wohnte, nicht deutsche Handwerker ihre Zunft, ihre Herberge hätten, wo überhaupt gar nicht deutsch gesprochen würde. Bildet so fast jede Stadt gleichsam eine Station der vordringenden deutschen Kultur, so besitzt dieselbe in der Zips und im Sachsenlande Siebenbürgens zwei große befestigte Lager, von denen das letztere in nicht langer Weile seine Dampfrosse bis zu den Mündungen der Donan senden wird. Mit diesen Dampfrossen werden die 112 Lloyd-Dampfer der Donau wetteifern, die von der deutschen Kaiserstadt zum Meere eilen, und es ist alsdann durchaus nicht anders auszudrücken, als daß das Deutschthum seine Bahn nach Osten sich mit Dampf bricht.

Ich darf die einmal hervorgesuchte Sprachkarte nicht weg legen, ohne unseren Lesern noch Etwas verrathen zu haben, welches das von mir so eben arg gehätschelte germanische Selbstgefühl wieder in bescheidene Haltung bringt. So viel wir im Osten zu gewinnen scheinen, so viel und weit mehr haben wir im Westen verloren: die Niederlande und die Schweiz, Lothringen und Elsaß sind politisch seit Jahrhunderten entdeutscht; jene selbstständigen Länder bewahren sich Nationalität und Sprache, von den an Frankreich gefallenen deutschen Provinzen ist Lothringen auch sprachlich für Deutschland bereits verloren. Das Elsaß schützen noch die Vogesen und die Mütter und vor Allem die Kinder des Volks auf dem Lande vor demselben Schicksal. Die Städter und die Männer hätten längst den vielen äußeren Einflüssen der vom Westen herein brechenden Civilisation des Reichs der Mode nachgegeben, und die unaufhörlichen Bemühungen der Behörden würden auch die sorglichen Bestrebungen der elsässischen Dichter, Schriftsteller und Volksfreunde nutzlos zu machen wissen, das Alles wäre so ohne Anstrengung und Aufsehen zu beseitigen gewesen und längst erklänge um Erwins steinernen Riesengedanken kein heimisch-deutscher Laut mehr, ja, wenn die Gebirge keine Völkerschutzmauern und – wenn die Kinder nicht wären!