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aller Loyalität gegen die Ordnungen des Landes, ihr Deutschthum in Sprache und Charakter treu aufrecht erhielten. Diese Erfahrung schuf die neue Anschauung, daß massenhafte Niederlassung abseits vom Verkehrsstrom der herrschenden Nationalität das einzige Mittel zur Gründung und Befestigung deutscher Kolonien und zur Ausbreitung und Erstarkung des deutschen Elementes sei. Und diese neue Lehre ist es, welche dem „Mainzer Vereine“ vorschwebte, als derselbe Texas zum Hauptziel und Sammelpunkte der deutschen Einwanderung in Amerika zu erheben suchte.

Der „Verein deutscher Fürsten zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas“ bildete sich im Jahr 1844. Die Statuten waren von dem Grafen Karl von Castell zu Mainz entworfen. Außer den Herzogen von Nassau (Protektor), Meiningen und Koburg-Gotha, dem Fürsten von Rudolstadt und dem Landgrafen von Homburg zählte der Verein mehre Prinzen regierender Häuser und viele der mediatisirten Fürsten und Grafen zu seinen Mitgliedern. Ausgesprochener Zweck desselben war: „den in den Freistaat Texas einwandernden Deutschen Hülfe und Schutz zu gewähren.“ Das am 9. April 1844 ausgegebene Programm erklärte: der Verein habe Texas sorgfältig untersuchen lassen, im Westen desselben ein zusammenhängendes, noch unbebautes Gebiet von beträchtlichem Umfang erworben, werde jedem Einwanderer ein der Größe der Familie angemessenes Stück Landes zutheilen, das durch dreijährige Bewirthschaftung als freies Eigenthum zu erwerben sei, habe für wohlfeile und gesunde Ueberfahrt und für unentgeltlichen Transport auf Wagen von der texanischen Küste nach der neuen Heimath gesorgt, wo endlich jeder Einwanderer ein eigenes Haus, Vorräthe aller Art, Hausthiere und Geräthschaften zu möglichst niedrigen Preisen bereit finde etc. Als General-Kommissär des Vereins war Fürst Solms nach Texas voraus gereist und berichtete noch vor dem Abgang des ersten Schiffs, das am 18. September mit 120 Auswanderern Bremen verließ, günstig über das zur Ansiedelung erworbene Land. Ueber das Unternehmen erhoben die extremsten Parteien ihre Stimmen zu Lob und Tadel, beide, wie immer, maßlos.

Allerdings fehlte es auch bei diesem deutschen Unternehmen nicht an Mißgriffen. Zu viel Vertrauen in die Unterhändler und zu wenig Einsicht in die Schwierigkeiten der Beförderung großer Menschenzüge durch ein unkultivirtes Land auf Seiten der Beauftragten des Vereins ließen noch im ersten Jahre der Thätigkeit desselben ihre schlimmen Folgen spüren. Von den versprochenen Vorbereitungen zum Transport und zur Ansiedelung war fast nichts vorhanden. Der Verein war vielfach betrogen worden. Die Verlegenheiten mehrten sich im nächsten Jahre, wo 2000 Einwanderer landeten. Aber am verhängnißvollsten wurde das Jahr 1846 für die Ansiedler. Nahe an 3000 derselben waren im Frühjahr angelangt. Von Galveston aus hatte man sie eingeschifft nach Karlshafen an der untern Guadalupe. Weil im Innern die Verpflegung einer solchen Menschenmenge unmöglich gewesen wäre, so mußten sie hier ausharren an der baum- und wasserlosen sandigen Küste. Hier kam die tropische