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des deutschen Geldsacks, so würde wahrlich die Theilnahme der Nation nicht eine so allgemeine und so hoch gespannte sein. Da ginge eben der Klingelbeutel des Unglücks bei uns herum, wie wir das gewohnt sind. Aber es gilt den höchsten Gütern des Lebens und der Ehre der Nation: der deutschen Zukunft und Macht in den Marken unseres Nordens, dem deutschen Geist, der deutschen Bildung, dem deutschen Familienglück, dem deutschen Gebete, dem deutschen Recht! – Deshalb ist’s des Volkes Stimme, die mit Max Freiweg ausruft:

Wie lang’ soll denn seufzen ein deutsches Stück Land
Noch unter dem Drucke frech knechtender Hand?
Wie lang’ soll ihm bleiben sein Loos?
Wie lang’ soll noch Willkür und schnaubende Wuth
Zerstören der Tausende Glück und Gut?
 Schießt los!

Ihr Herrn, die Ihr leitet der Völker Geschick,
Wie lange noch haltet Ihr zaudernd zurück
Und leget die Händ’ in den Schooß?
Wie lang’ soll noch bleiben ein deutscher Stamm
Der Fremden Spielball, das Opferlamm?
 Schießt los!

Und sind wir vielleicht nicht Mannes genug,
Zu scheuchen den Alv und zu bannen den Fluch?
Was kümmert uns Russ’ und Franzos’!
Macht der auch dazu ein saures Gesicht,
Laßt’s Euch nicht verdrießen, das kümmert uns nicht!
 Schießt los!

Wir schießen gleich mit und ziehn wieder aus
Mit Freuden zum Kampf, zum gerechten Strauß
Und schlagen mit wacker drauf los!
Gleich blitzt aus der Scheide der blinkende Stahl,
Platzt endlich die Bombe, ertönt das Signal:
 „Schießt los!“

So pocht’s unter dem Bürger- wie unter dem Waffenrock. Aber – Geduld ist des Deutschen erste Bürgerpflicht, und wir sind längst daran gewöhnt, das Herz zusammenzuschnüren, wenn es schreien will. Solange noch nach althergebrachter Weise in den goldenen Salons die Galanteriedegen graciös und rücksichtsvoll nach allen Seiten unter den Diplomatenfräcken herumwackeln und die Statistik des Volksgefühls keinen Platz auf den grünen Tischen unserer Staatenlenker gefunden hat, so lange wird auch der Postillon sein Klagelied Tag und Nacht vergeblich blasen.

So verzeiht mir denn, daß ich mich zu dieser patriotischen Abschweifung habe verlocken lassen. Es geht mir eben wie dem armen Soldaten „zu Straßburg auf der Schanz“, den das Alphorn, das von seinen Heimathbergen herübertönte, zum Ausreißen verführte. Seht – ich bin auch nicht Schuld daran, – das Posthorn hat’s mir angethan!