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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Neunzehnter Band | |
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äußerste Ziel der Perpetualisten, die auf eine Verewigung der Sklaverei hinarbeiten, noch nicht, das oft sehr thörichte und sogar verbrecherische Treiben (Aufhetzen der Sklaven gegen ihre Herren etc.) der Ultra-Abolitinisten, welche die Abschaffung der Sklaverei in Nordamerika allen anderen politischen Zwecken voranstellen, kann den Riß zwischen Nord und Süd nur erweitern und trägt die schwere Schuld, daß der Plan der Unionisten, der einzig vernünftige und bei der jetzt auf vierthalb Millionen angewachsenen Negersklavenzahl allein noch durchführbare, der auf stufenweise, von dem Weißen zu unterstützende, aber von dem Neger selbst zu erarbeitende Freilassung hin gerichtet ist, noch für lange Zeit auf dem großen alten Haufen der frommen Wünsche liegen bleiben muß.
Die höchste Bedeutung dieser Angelegenheit liegt aber in Folgendem. Die Zeit ist vorüber, wo ganze Völker und Staaten sich von der Gemeinschaft mit anderen Nationen ausschließen, ganze Länder sich absperren konnten gegen den Kulturdrang, der von Europa aus einen neuen Weltgang begonnen hat. Er hat begonnen und wird nicht eher enden, als bis der Menschheit die Erfüllung ihrer großen Bestimmung gelungen ist, die Civilisation allmählig über die ganze bewohnbare Erde auszubreiten. Die Arbeit an diesem Werke ist Pflicht aller Menschen ebenso, wie jeder Einzelne verbunden ist, seinen Antheil nach seinen Kräften und Mitteln zur Erreichung der Zwecke des geordneten Staates beizutragen, dem er angehört. Dieser Kulturdrang ist es, der jede neue Erfindung zu neuen Erfindungen, jeden neuen Fortschritt in der Erkennung und Beherrschung der Naturkräfte zu neuen und immer kühneren Fortschritten, jedes Hemmniß gegen seine Fortschritte zu neuen und immer heftigeren Angriffen benutzend, Thore erbrach, die Jahrtausende versperrt waren, und Wüsten bevölkerte in Jahrzehenten, der in China die verrosteten Riegel sprengt und in Japan gastliche Thüren öffnet, nach Australien einen Verkehrsstrom leitet und den Trieb der Völkerwanderung nach Amerika stachelt. Gerade diese Völkerwanderung zeigt aber, daß für die Civilisation der Erde eine neue Hauptkraft gesammelt wird da, wo gegenwärtig Abkömmlinge von vier Menschenraçen ihre Heimath haben.
Es bedarf heut zu Tage keines Beweises mehr, daß die Menschheit nicht von einem Aelternpaare abstammt, die Verschiedenheit der Schädelbildung bei den fünf Menschenraçen thut genügend dar, daß auch die organische Verschiedenheit des Menschen kein allmähliges Werk des Klima’s, sondern eine Urschöpfung der Natur ist. Die Abstufung, der allmählige Uebergang vom menschenähnlichsten Thier zum ausgeprägtesten Menschenbild in der kaukasischen Raçe war im Gesammtplane der Schöpfung begründet, der, wie jeder Theil der Naturwissenschaften lehrt, nirgends Sprünge oder Grenzlinien gestatten konnte. Die höchste Ausbildung des Geistes vereinigt sich mit der edelsten Körperform; je mehr diese sich dem Thier nähert, desto geringer erscheint die geistige Entwickelungsfähigkeit. Ist dem weißen, dem Licht-Menschen jene Bevorzugung vor den Dämmerungs- und Nacht-Menschen verliehen, nur damit er diese beherrsche,
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Neunzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1857, Seite 129. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_19._Band_1857.djvu/139&oldid=- (Version vom 28.12.2025)