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Rußland zurück und wollen dann den neuesten Fortschritt, der dort bis jetzt noch im guten Willen des Kaisers liegt, in Betrachtung ziehen. Freuen wir uns, daß, wie der Frühling der Natur, auch der Völkerfrühling allezeit, wenn auch noch so sprungweise, über die Erde wandelt, und in dieser Freude betreten wir die inneren Räume und die freien Laubhallen, deren Aeußeres das Bild uns zeigt.

Zarskoe, der kaiserliche Sommersitz, ungefähr drei deutsche Meilen südlich von Petersburg, ist ein wunderliches Aneinander bunter und glitzernder Bauherrlichkeiten in einem dem widerstrebenden Klima aufgezwungenen Paradiese von Gärten, Wäldchen, Blumen, Seen und anderen Ueberraschungen. Sein Anfang war bescheiden. Peter der Große und seine Gemahlin mußten auf einer Reise im Jahre 1710 das Gütchen Sari berühren. Deshalb hatte man daselbst zwei kleine hölzerne Häuser errichtet, das eine für das Herrscherpaar, das andere für das Gefolge. Bei jenem legte man eine Orangerie für Obstbäume an, denen das nordische Klima zu rauh war, und unweit davon in der waldreichen Gegend der duderhofschen Berge einen Thiergarten. Aus der Nähe wurden Bauernfamilien beigezogen, um Leben in die Landschaft zu bringen, Geistliche und Kirchendiener folgten diesen nach, 1716 weihte man die erste hölzerne Kirche ein, eine Kronschule für die Kinder der Eingepfarrten wurde nöthig, und so konnte bald nachher der so entstandene Ort seinen ursprünglichen Namen Sarskoje vertauschen mit Zarskoje Selo, d. i. Kaiserdorf. Katharina I. ließ dann das erste steinerne Haus bauen, an dessen Stelle Kaiserin Elisabeth 1744 ein prächtiges Schloß setzte. Alle späteren Regenten sorgten gleicherweise für die Erweiterung und Ausschmückung der neuen Anlage. Ein im Jahr 1822 abgebrannter Theil des Schlosses wurde sogleich wieder hergestellt, und so ist Zarskoe noch gegenwärtig in Rußland ein Gegenstand des Staunens der Fremden und das Entzücken aller Einheimischen.

Dieses Lustschloß hat bei drei Stockwerken Höhe eine Länge von 780 Fuß. Aus der Ferne sucht der Bau durch Größe und majestätische Haltung zu imponiren, je näher man ihm kommt, desto barocker und überzierter erscheint er, wenn auch die Vergoldung, welche ehedem die ganze Front bedeckte, längst dem dauerhafteren Oelanstrich hat weichen müssen. Die flitterstolze Ueberladung hat auch die inneren Räume möglichst verschnörkelt, und das erhält, troß des ungeheuren pekuniären Werths vieler Einzelnheiten, den Beschauer stets in heiterer Stimmung, er mag nun in Zimmern stehen, deren Wände und Decken von Jaspis, Achat, Marmor, Lapislazuli und Mosaik strotzen, oder die vollständig mit dem herrlichsten Bernstein oder ganz mit dem kostbarsten Perlmutter getäfelt sind. Die kaiserliche Kapelle besitzt mehre gute Bilder; von außen prangt sie mit fünf stark vergoldeten Kuppeln.

Neben dem Schlosse steht die Marmor-Gallerie des Architekten Cameron, ein kühner, aber ruhiger und gehaltvoller Bau, dessen lichte Kolonnade einen langen Saal umschließt, welcher leider nur die Bestimmung hat,