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Trauergesang, und seine schauerlichen Töne verfolgen uns in dieser Oede, bis unser Pfad sich um einen Fels windet und wir mit einem Male erstaunt und erfreut vor dem grünen Thale von Cettinje stehen.

Das Thal, in welchem der Hauptort von Montenegro liegt, ist die größte und grasreichste Hochebene des Landes, die sich halbmondförmig zwischen Felsen und Bergen in nicht bedeutende Breite, aber in eine Länge von anderthalb Meilen ausdehnt. Hier sehen wir die ersten und einzigen Reiter des Hochlandes; sie gehören zur Leibwache des Wladika. Endlich nähern wir uns hochragenderen Gebäuden jenseits einer Gruppe von landüblichen Steinhütten. Wir gelangen zunächst auf einen großen grasbewachsenen Plaz, den Markt und Volksversammlungsort. Zur Rechten sehen wir ein längliches, großes, weißgetünchtes Haus hinter weitläufigen Hofmauern mit Eckthürmen. Es ist die Wohnung des Fürsten. Höher und mit der Rückseite an die Bergwand gelehnt breiten sich die Gebäude des Klosters und der Kirche aus, die ebenfalls mit Hof- und Gartenmauern umschlossen sind. Weiland herrschend über dies Alles und nach jedem Kampf geschmückt mit Siegstrophäen und den abgeschnittenen Türkenköpfen steht noch jetzt ein alter Thurm auf der Höhe hinter dem Kloster, aber seines Schmucks und der Hälfte seiner Größe beraubt, aus deren Trümmern man die Klostermauern erbaute. Ueber ihm gipfelt sich der höhere Fels auf. (Vergleiche hier unser Bild).

Die innere Ausstattung dieser Gebäude war ehedem so einfach, wie die äußere, bis auf die Kirche, welche vom griechischen Kultusprunk stets ihr Theil hatte. So lange der Wladika zugleich Bischof des Landes war, bildete die ganze Umgebung des Regenten ein Gemisch von Priester- und Kriegerthum mit seiner Einfachheit und Rauhheit. Gepanzert und gewaffnet durchwandelte und umschwärmte die Leibgarde (die Perianizis) Kloster und Palast, während die Senatoren, die Glieder der edelsten Familien, mit dem Wladika stets unter Einem Dache weilten. Gegenwärtig ist dies, wie wir sehen werden, anders.

Wir stehen hier vor dem Brennpunkte der montenegrinischen Geschichte, die nur mit Blut geschrieben ist, wie mit Blut des Landes Grenzen gezogen sind und im Innern Blutrache Jahrhunderte lang das peinliche Recht vertrat. Leider dürfen wir das Buch dieser Geschichte kaum für einen Blick aufschlagen; es ist zu reich an Helden- und Greuelthaten, als daß wir in diesen Blättern auch nur eine kahle Aufzählung seines Inhalts versuchen möchten. Seine Hauptüberschrift ist: Türkenkriege. In der Geschichte derselben fehlen die Montenegriner auf keiner Seite. Hier müssen wir uns darauf beschränken, die letzten drei Wladiken in raschem Vorübergehen zu betrachten.

Von 1777 bis 1851 herrschten zwei große Männer über das Volk. Peter Petrovich Niegosch, 1754 geboren und 1777 zum Metropolit geweiht, gewann, trotz der großen Kriege, die er gegen Türken, Oesterreicher und Franzosen, stets mit Rußland im Einklang, führte, seinen größten Sieg gegen den inneren Feind: die Dörfer-