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– so lange er lebte. Jetzt, nachdem er am 19. Oktober 1851 gestorben ist, kniet man weinend und betend vor seiner Gruft. – Zum Nachfolger ernannte er seinen Neffen Daniel Petrovich Niegosch und bis zu dessen Volljährigkeit zum Stellvertreter seinen Bruder Pero Petrovich Niegosch. Auf den Wunsch des Volks und des Senats wurde mit Daniels Regierungsantritt die Theokratie aufgehoben, natürlich – mit Genehmigung des Kaisers Nikolaus. Fürst Daniel heirathete eine Kaufmannstochter von Triest, nachdem er im Juli 1852 den Fürstenstuhl der Cernagora bestiegen hatte. Damit treten wir in die Gegenwart des Landes, das seitdem durch Dreierlei bewegt wird. Das Erste ist die Umwandlung im Haushalt des Wladiken, der aus mönchisch-soldatischer Einfachheit und Wohlfeilheit plötzlich zur anspruchvollen Pracht eines fürstlichen Hofes gesteigert wurde. Die bisherige Staatseinnahme, welche mit dem jährlichen Zuschuß von Rußland (47,000 Gulden) sich höchstens auf 75,000 Gulden erhob, genügt nicht mehr. Der Fürst dringt auf Einführung einer Vermögenssteuer: eine Neuerung, welche Unzufriedenheit im Volke selbst erregen mußte. Diese benutzte, zweitens, der gefährlichste Feind Montenegro’s seit Jahren, der Pascha von Albanien, Osman, ein mohammedanischer Serbe, um einzelne Grenzstämme von Montenegro abtrünnig zu machen. Daraus entsprang ein Grund zu dem Krieg, der noch zu dieser Stunde fortgeführt wird. Der andere Grund ist unser Drittens: Montenegro kann innerhalb seiner bisherigen Grenzen nicht mehr bestehen, es muß die fruchtbaren Ebenen um den See von Skutari und bis an das Meer von Antivari und Dulzigno an sich reißen, um sich nähren, dem Raub entsagen und seine schwarzen Berge zu dem benutzen zu können, wozu sie allein geschaffen sind, zur Sennereiwirthschaft und als Festung in der Noth. Ivans Reich mit der Hauptstadt Zabliak und sich erstreckend vom blauen Meere bis zum grünen Lim, das ist das Ziel, welches die Montenegriner erreichen müssen, wenn sie nicht untergehen sollen. Wünschen wir, daß ein so edles, kerniges, naturreines Volk erhalten, daß es von seinen Schlacken gesäubert und eine frische Zierde freier Völker werde! Sein Ivan kann unmöglich so fest schlafen, als der Deutschen alter Rothbart im Kyffhäuser, dessen Raben der Bundestag füttert. Montenegro, an sich allerdings ohne allgemeinen Werth, findet seine Bedeutung durch den südslavischen Drang nach dem Ausbau eines selbstständigen Reichs. Für dieses würde es zum Eckstein werden.