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Die Prairie.




Wenn Du vor der Wiege eines Kindes stehst, das der Zukunft entgegenschlummert oder lächelnd nach Dir die Aermchen ausstreckt, denkst Du da, wenn das frohe Gefühl Dir den Geist gestimmt hat, an Deine Vergangenheit oder an des Kindes Zukunft? Besinne Dich, Du denkst an Beides. Du nimmst zu dem hellen Zukunftsbilde des Kindes die Farben aus Deiner Vergangenheit, und während Du liebend Dich mühst, nur helle, heitere, leuchtende, strahlende auszuwählen, mußt Du an allen dunkelen vorübergehen, die Deinem eigenen Lebensbilde seine Schatten gaben. Es ist nicht anders, die Schatten werden einen Augenblick Dein Herz ganz bedecken und aus ihrem Dunkel werden die Wünsche aufsteigen, die Du mit abwehrender Hand aussprichst.

Warum soll das anders sein vor unserem Bildchen? Wie des Kindes Seele ist diese Flur ein leeres, reines Blatt, das seiner Schrift harrt. Wie das Kind, ohne Vergangenheit, so schlummert oder lächelt das Thal mit seinen Hügeln der Zukunft entgegen; denn die armen Indianer, die sich Wohnungen bauen, kunstloser wieder Bau des Bibers oder das Nest des Storchs, von der Jagd leben, wie das Thier der Wildniß vom Raube, und wie dieses, ihr Grab finden, sie hinterlassen dem Lande keine Erinnerung. Wie das Kind in der Wiege liegt es vor uns, vom Auge der Welt angestrahlt, klar und lockend, sein Schicksal aber steht verborgen hinter dem Wolkenvorhang der Zukunft.

Nur seine nächsten Stunden, die ersten des erwachenden Selbstlebens, lassen sich errathen; sie werden sein wie die von tausend andern Thälern, Wäldern und Prairien der neuen Welt. Der Stundenzeiger eilt. Hörst Du das Räderrasseln und Dampfkeuchen der Kultur des Ostens? Näher und näher scharrt es und gräbt es, der Beilschlag dröhnt und die Sense klirrt, Baum um Baum weicht vor den mächtigeren Halmen des Getreides, lauter als der Urwald rauscht schon das Papier der Zeitungen, und das verführerische Klingen geprägten Metalls dringt bis zum Strome, dem letzten Wallgraben des Landes drüben, das noch im Schlummer der Unschuld ruht. Und weiter eilt der Stundenzeiger. Die Wogen des Stroms beugen sich unter dem Ruderschlage der weißen