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aber hinter jeder drohend und blutbespritzt den tarpejischen Felsen, von welchem die Schlange des Völkergiftbaums die siegreichen Ringer in den Abgrund stürzte.

Was hat die Menschheit schon versucht und gewagt, gekämpft und geduldet, um den Einklang der Vernunft mit dem Leben wieder zu finden! Man hat bald neu begonnen beim engen Kreise, hat die Weisheit der Religion und des Rechts um Hülfe angefleht, bald hat man dem Scepter vertraut, und zum Schwerte gegriffen und weite Länderstrecken unter den Schatten Einer Krone gezwungen, und Alles führte ab vom Ziel oder gar zum entgegengesetzten. Und warum? Man hat den Baum nicht umgehauen und die Schlange nicht erwürgt und verbrannt auf dem Scheiterhaufen seines Holzes.

Die unglücklichsten Versuche zum Wiederauffinden der verlorenen Wege des Völkerglücks zeigt uns die Geschichte in dem Aufbau der sogenannten Weltreiche. Es waren Reiche des Kriegs alle bis auf das jüngste; gewaltige Gestalten erhoben sie auf das Postament der Unsterblichkeit, von 2000 Jahren vor Christus an bis auf die Tage, die wir gesehen haben, aber das Glück der Menschheit hat keine der Riesengestalten wiedergebracht, ja, man zählt die wenigen an den Fingern einer Hand her, die überhaupt den Willen dazu hatten.

Laßt uns einmal an der langen Gallerie jener Unsterblichen vorüber gehen. Zuäußerst erkennen wir Ninus und Semiramis, noch im Halbdunkel der Geschichte als Gründer des assyrischen Reichs. Die Ruinen von Ninive und Babylon zeugen von ihrem wirklichen Daseyn; aber nichts bezeugt, ob es ein größeres Glück für das Volk gewesen, an den schwebenden Gärten und am babylonischen Thurme mit zu bauen, als an den Obelisken und Pyramiden Aegyptens. Neben ihnen erscheinen Nabopalassar und Nebukadnezar, und aus ihrem großen babylonischen Reiche ragen die brennenden Trümmer von Sidon, Tyrus und Jerusalem empor. Darauf streckt Cyrus das Scepter über das persische Reich aus, aber mit Blut ist’s gewonnen, das von der Donau bis zum Nil und Indus floß. Gerade 222 Jahre nach diesem gründete mit dem Schwert Alexander, das gefeiertste Heldenbild des Alterthums, sein griechisch-macedonisches Reich auf dem Boden verfaulter Staaten und hauchte ihnen einen frischen Geist ein. Er ehrte und pflegte das Edele. Darum heißt er „der Große.“ Alle diese Reiche umfassen stets einen bedeutenden Theil der damals bekannten Erde; Alexander würde sein Ziel, die Weltherrschaft, erreicht haben, wäre der Tod nicht zwischen beide getreten; wie viel von seinem Glücke er dann den Völkern mitgetheilt hätte, ist ein Geheimniß seines Grabes; gewiß ist aber: das einzige wahrhafte Weltreich schuf erst Rom. Ueber 120 Millionen Menschen gehorchten ihm auf 100,000 Quadratmeilen. Das mittelländische Meer war zur römischen See geworden. Es gab keine zweite Macht neben der Roms. Zu Füßen lagen ihm die blühendsten Länder aller drei Erdtheile der alten Welt, und unter die Füße trat es Glück und Freiheit aller durch Schwertes Gewalt unterjochten Völker. Keiner von all’ den Eroberern, den großen Feldherren,