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zweier anderer Mächte, um diese dritte von ihrer Höhe zu stürzen, so ist ihrer Weltherrschaft Ende vorauszusehen. Mag England sein Gold noch so reichlich säen, es wachsen ihm keine Krieger mehr aus der Erde, die Zeit der großen Miethlingsheere ist dahin; nicht bloß Korinth, selbst das See beherrschende Karthago sank durch das mächtigere Rom in den Staub.

Wir sind am Ende der Gallerie der Weltmacht-Unsterblichen angekommen. Wohl breitet sich noch in Europa’s Mitte und zwischen drei Meeren eine Doppelmacht aus, die einer kompakten Masse von 72 Millionen auf einem Raume von 21,700 Quadratmeilen gebietet. Aber der Mangel an Einheit, Flotten und Kolonien berechtigt dieses Reich zu keinen anderen Ansprüchen, als zu der Stellung einer europäischen Großmacht, nicht aber einer Weltmacht. – Unser Gang durch die Geschichte bis zur Gegenwart hat uns zu der Ueberzeugung geführt: es besteht in diesem Augenblicke keine Weltmacht mehr.

Die Wichtigkeit dieser Wahrheit ist groß, nicht für die Gegenwart, sondern für die Zukunft, der wir mit unseren Wünschen entgegen und mit unseren Hoffnungen voraus eilen.

Wir sahen es, es war nicht der rechte Weg zum verborgenen Thore des von der Staats-Weisheit erstrebten Völker-Glückes, den die Weltreiche des Kriegs gingen. Betrachten wir andere, bescheidenere, nicht mit Trompetengeschmetter und Kriegslärm erfüllte Reiche, die auch zunächst auf Ausbreitung der Macht und Vereinigung verschiedener Völker zu einem Gesammtleben hinzielten. Wir gehen noch einmal in das Alterthum zurück und bleiben vor den Griechen stehen. Sie sind das erste Volk, das seine friedlichen Eroberungen über die zu seiner Zeit bekannte Welt ausdehnte. Was sie von den Phöniziern noch im Einzelnen und Kleinen mehr zu kaufmännischen Zwecken ausüben sahen, das ward durch sie zur weltgeschichtlichen That erhoben; die Kolonisation hat keine tüchtigeren Lehrer, als die Griechen, und Hellas war es, das mit seiner Kultur, seiner Religion, seiner Kunst und Wissenschaft kein Land unberührt ließ, welches der damaligen Schifffahrt zugänglich war. Von den Küsten Hispaniens bis zu den innersten Buchten des Pontus Euxinus galt Cicero’s Ausspruch: „Den Landschaften der Barbaren ist gleichsam ein hellenischer Saum angewebt.“ Die Griechen hatten den rechten Weg zur Volksbeglückung wieder gefunden, und die Art der Ausbreitung ihrer Macht mit ihrer Bildung ist ein Muster, das lange verloren blieb, wie der Weg zum Paradiese, und unnachgeahmt, wie eine gute große That. In der ältesten Zeit (erste Periode der Koloniengründung) zogen ganze Stämme aus. Damals war das Städtewesen mit seinem Gemeinde- und Gemeinsinn noch eine unentdeckte Quelle der Bürger-Wohlfahrt und die Wanderer zogen davon, wie Brüder von Brüdern scheiden, deren jeder seinen eigenen Haushalt gründet und durch die eigenen Sorgen nach und nach vom Bruder getrennt wird. Diese Züge gingen fast