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St. Denis genannt wurde. Sie zählt jetzt über 10,000 Einwohner. Wir aber haben es hier nicht mit den Lebenden, sondern nur mit den Todten zu thun. Denn in den weiten Gewölben der Abteikirche ruhten die Leichname von mehren Königen des ersten und zweiten und allen Regenten des dritten Geschlechts, von Hugo Capet bis auf Ludwig XV., nicht weniger als 84 Prinzen und Prinzessinnen, 10 Königinnen und 25 Könige von Frankreich. Am Todestage der armen Königin Marie Antoinette zertrümmerte der pariser Pöbel Kirche und Gräber, warf alle Leichname in eine große Grube und goß aus den bleiernen Särgen, sowie aus dem Blei des Kirchendachs Kugeln. Napoleon ließ Kirche und Gruft wieder herstellen und sein N mit den Bienen an die Stelle der Lilien setzen, bestimmte auch für sich und seine Gemahlin die Ruhestätte. Ludwig XVIII. entfernte das kaiserliche N sammt den Bienen, ließ die Kirche von Neuem als königliches Erbbegräbniß weihen, restauriren, den noch vorhandenen und erkennbaren Gebeinen neue kostbare Denkmale setzen und liegt selbst darinnen. Die Juli-Dynastie verlegte ihre Gruft nach Dreux. Aber sie konnte ja so wenig wissen, wohin man sie begraben werde, als die nachfolgende es wissen kann.




Die Brigittenau.




Wenn der Sturm über das Land dahin raset, der Donner die Sinne betäubt, der Blitz zerschmetternd niederfährt, die Wasser der Berge das Thal überfluthen und die Felsen der Höhen wanken und stürzen und unter ihren Trümmern den Segen der Flur begraben, wenn der Strom die Leichen dahin spült, ungezählt und ungesichtet, rücksichtslos das hoffnungsselige Kind wie den todersehnenden Greis, – so tritt der Mensch zurück von der Gebieterstelle, die er im friedlichen Walten der Natur sich errungen, der Herr der Erde wird dem wimmernden Wurme gleich, machtlos unterwirft er sich dem Zorn der tobenden Elemente, und nur im instinktiven Trieb der Selbsterhaltung klammert er sich noch an den Baumstamm des Ufers, an die Sparre des Daches, an den sinkenden Kahn.

Und ist die Fluth verlaufen, der Sturm verbraust, das Feuer des Himmels erloschen, gehen die Lüfte wieder friedlich über das Land, theilen sich die trüben Wolken, da lockt, wie ein Wink der Güte, der erste Sonnenblick die Entflohenen zurück, die Verkrochenen an’s Licht, die Geretteten auf den festen Boden, und alle suchen die heimische Stätte wieder und schauen sorgend aus nach dem Schicksale der Freunde und Genossen.