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seinen landflüchtigen Gefährten zu; diese Dichtung deutet wenigstens auf ein sehr hohes Alter der Stadt hin. Auch schicksalreich ist sie, wie das ihre Größe, Wichtigkeit und Lage nicht anders erwarten läßt. Griechen, Römer, Gothen, Hunnen, Longobarden, Franken, das deutsche Reich, einheimische Tyrannen und Dynasten (am längsten das Haus Carrara), Venetianer, Franzosen und Oesterreicher waren nach einander und sogar abwechselnd Feinde oder Herren, Zerstörer oder Neubegründer der Stadt. Noch heute gehört sie zu den größten und wichtigsten des österreichischen Italiens. Sie hat über zwei Stunden im Umfang, zählt gegen 55,000 Einwohner und liegt im fruchtbarsten Theile des Po-Gebietes, im Paradiese Oberitaliens. Zwar sind die meisten Straßen schmal und schmutzig, doch hat man zu beiden Seiten solcher Straßen die Erdgeschosse der Häuser in einer Breite von 6–12 und mehr Fuß zu Bogengängen eingerichtet, die Winter und Sommer dem Fußwanderer zur großen Wohlthat gereichen. Prachtvolle öffentliche und Privat-Paläste (Rathhaus mit ungeheuerem Saale, Theater und Amphitheater, Kaffeehaus Pedrocchi etc.), Thore, Brücken über den Bacchiglione, 96 kuppel- und thurmreiche Kirchen (Kathedrale, St. Antonio, Sta. Justina, Sta. Annunziata etc.) und herrliche öffentliche Plätze machen auch das äußere Erscheinen der Stadt zu einem imponirenden.

Der größte, interessanteste und Padua als die Stadt der Wissenschaft am würdigsten charakterisirende Platz ist der Prato della Valle. In der Mitte desselben umgibt ein in Quader gefaßter Kanal eine ovale Insel von 528 Fuß Länge; beide Ufer des Kanals sind mit ungefähr 80 überlebensgroßen Bildsäulen berühmter Männer geschmückt. Ich war nicht wenig erstaunt, beim Gang zwischen diesen ehrwürdigen Reihen hin plötzlich vor – Gustav Adolf zu stehen. Dieses unverhoffte Zusammentreffen mit dem großen gekrönten Ketzer in der Schutzstadt des heiligen Antonius sagte mir deutlicher, als es jetzt dort gesagt werden darf, welch hoher und freier Geist in glücklichen, helleren Tagen einst hier gewaltet hat.