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Wir versetzen uns auf unserem Bild um hundert Jahre zurück, in das erste Erwachen eines Frühlingstags in der Wildniß. Mit dem ersten grauenden Morgenschein, der sich auf den Gipfeln der dichten Waldesnacht niederläßt, erhebt sich der Adler von seinem Horst, die schweigende Luft durchfurchend in immer sich verjüngenden Kreisen, bis er, ein kaum noch sichtbarer Punkt am Himmelsblau, hinter den Bergen verschwindet. Thautropfen befeuchten die langen Wimpern der Kiefer und die schwellenden Knospen der Hickory. Aus dem feuchten tiefen Moorboden sprossen Halme und Schlinggewächse durch die Decke der faulen Blätter und hörbar ist nur, in solcher Waldeinsamkeit, das Rascheln des flüchtigen Kaninchens und das Nagen des Eichhörnchens. Erst wenn die Sonne ihre Strahlen durch das geschlossene Blätterdach zwingt, beginnen dessen gefiederte Bewohner ihr Werk und begleiten es mit einem wirren Durcheinander von zirpenden und schwirrenden Tönen. Der Bär durchwatet furchtlos den Waldstrom, und das Elk, das von den herabhängenden Aesten Nahrung sucht, bläst seine Nüstern auf bei einem ungewohnten Geräusch aus dem nahen Rohrbruch, welches ein einzelner Mann, der seine nächtliche Lagerstätte verläßt, verursacht. Mit der Wolldecke über dem Arm und der Büchse in der Faust, nähert er sich dem Bach, in dem er Kopf und Nacken badet, bricht sich Bahn durch das verwachsene Dickicht ringsum und erklimmt einen steinigen Vorsprung, auf dem unter dem Schatten alter Eichen eine rohe, aber fest verwahrte Hütte steht. Bald lodert vor deren Eingang ein Feuer, an dem ein Stück von einem Wild auf einer frisch vom Baum geschnittenen Gabel schmort. Der Mann knetet auf einem Stein seinen Reismehlkuchen und untersucht dann sorgfältig das Schloß an seiner Büchse. Nachdem sein Mahl, das Entbehrung, Hunger und Morgenluft gewürzt, vorüber, verschließt er, so gut als thunlich, den Eingang zu der Hütte und schlendert durch die Wildniß. Sinnend schweift sein Auge von der wilden Blume zu seinen Füßen auf nach den fernen Berghöhen. Bald bleibt er bewundernd vor einem majestätischen Waldriesen stehen, bald späht er einem Thiere nach, das vor dem ungewohnten Eindringling zurückschreckt, oder er schnitzt mit seinem Gürtelmesser, in Gedanken versunken, an einem Span vom Sassafras. Wie der Tag höher steigt, dringt er weiter in die Tiefe des Waldes. Jede Form vegetabilischen Lebens, von den riesigen Farren bis zur zarten Weinrebe, die mannigfaltige Bauart der Baumgattungen, die Laute und Bewegungen des Wildes und der Vögel, flößen seinem Geiste die Empfindung der innigsten Freude, Liebe und Verehrung für die grandiose, ihn umgebende Natur ein, und erfüllen ihn mit einer solchen Stärke des Selbstbewußtseins, wie ihrer der Mensch unter Menschen nimmermehr fähig ist. In jedem Nerv und jeder Ader fühlt er den Hochgenuß der unbegrenzten Unabhängigkeit, den er mit keiner der Wohlthaten eines civilisirten Lebens mehr vertauschen mag, so oft auch seine Seele in Erinnerungen an dasselbe sich ergeht. Ermüdung und Hunger, oder die tiefer werdenden Schatten des sinkenden Tages ermahnen ihn endlich, seine Schritte zurück zu lenken. Ein wilder Truthahn