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zeigt. Es war das zweite Begräbniß der Ueberreste von Daniel Boone, welche die Legislatur von Kentucky mit allen Beweisen öffentlicher Trauer und Verehrung beisetzen ließ. Erst dann hat man sich um die Geschichte des merkwürdigen Mannes bekümmert. Ein Pennsylvanier von Geburt, war Boone frühzeitig nach Nord-Carolina ausgewandert. Kentucky scheint er zum ersten Mal um’s Jahr 1769 besucht zu haben. Seine Entdeckung blieb indem länderreichen Amerika unbeachtet, bis die Regierung 1775 große Strecken am Kentucky von den Cheronees kaufte, um ihre Freiheitstruppen damit zu belohnen, und Boone’s Kenntniß des von ihm entdeckten und erforschten Landes und seine Stellung zu den Eingeborenen, wie seine Kühnheit und Unbestechlichkeit so zu Ehren kam, daß er mit Abschluß des Kaufs und Vermessung des Landes betraut wurde. Der Pionier bahnte die erste Straße durch die Wildniß und errichtete sich ein Blockhaus, das bald der Mittelpunkt einer Kolonie und der Keim eines blühenden Staates wurde, auf dem Platz der jetzigen Stadt Boonesborough. Als er seine Familie dahin übersiedeln wollte, gerieth er mit Indianern in Kampf, bei dem ihm seine beiden jüngsten Töchter entrissen wurden, und mußte sich nach den nächsten Niederlassungen zurückziehen. Dennoch erzwang und befestigte er noch im selben Jahr seinen Aufenthalt in dem Land. Im Jahr 1778, während er mit 30 seiner Begleiter beschäftigt war, Salz zu bereiten, wurde er gefangen, seine Unglücksgefährten aber führte man nach Detroit, um ausgewechselt zu werden. In seiner Gefangenschaft war er Zeuge großartiger Rüstungen der vereinigten Indianerstämme gegen die mehr und mehr sich ausbreitende Kolonisation von Kentucky. Es gelang ihm, zu entkommen, um noch zeitig die Bedrohten warnen und ihre Vertheidigung anordnen zu können. Neun Tagelang wurde er im Fort von Blue Licks von 500 Indianern belagert, und nur seiner unerschrockenen Führung der Vertheidigung hatten die schwache Garnison und die unter ihren Schutz geflüchteten Ansiedler ihre Rettung zu danken. Erst im Jahr 1783 nach dem Friedensschluß mit England wurden die Feindseligkeiten der Eingeborenen nachdrücklich zum Schweigen gebracht und war es dem rastlosen Pionier vergönnt, die Freiheit, Sicherheit und Civilisation des Landes, um welches er so lange den Kampf mit der Wildniß, den Bestien und Wilden bestanden hatte, befestigt und garantirt zu sehen. Die Regierung zeichnete ihn später aus mit dem Kommando der sämmtlichen Grenzstationen und der Verwaltung des Indianer-Departements. Immer aber blieb es sein größter Stolz, daß die ersten weißen Frauen, welche an den Ufern des Kentucky standen, sein Weib und seine Töchter waren und daß von seiner Axt der erste Baum fiel, der die Schwelle zu einer dauernden Ansiedelung des Staates bildete.

Aber auch die intellektuelle Bildungsstufe des Staats und der Charakter seiner Bewohner fanden in Boone ihren Begründer und im Pionier ihren Typus, der sich in keinem anderen Theile Nordamerika’s so individuell ausgeprägt hat.

Kentucky, seit Jahrhunderten nur bekannt als Jagdrevier und Kampfplatz wilder Stämme, die sich um