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Wasser gezogen. Es ist hohe Zeit, daß es in den Dock kommt, um nach ein Paar Wochen wieder frisch aufgetakelt und so neugeboren aussehend wie jene in See zu gehen. Noch ein anderes hereinkommendes Schiff fällt uns auf durch die langen Fahnen von Seegras, die es hinter sich durch’s Wasser schleift. Es hat eine lange Fahrt im südlichen Golfstrome gemacht, dessen warme Gewässer eine so außerordentliche vegetabilische Kraft an dem alten Eichenholz ausüben. Selten verkündet eine Salve von den Forts die Einfahrt eines Kriegsschiffs. Die äußere Erscheinung eines solchen ist eine ebenso weit verschiedene von den übrigen Schiffsgattungen, wie die eines mit Wehr und Uniform angethanen Mannes des Kriegs von dem im Civilrock oder Handwerkerschurz. Man sieht ihm den Dienst des Kriegs von weitem an, auch ohne auf die gebohrten Geschützluken Acht zu haben; die Masten stehen scharf im Loth, so straff und regelrecht ist das Takelwerk angezogen, so glatt die Segel gereeft, so schmucklos und einfach der Anstrich, aber auch so sauber und so vornehm und ernst, wie an keinem andern Schiffe. Die tausenderlei Gegenstände, welche der Kriegsapparat in sich begreift, sind so vortrefflich geordnet und so streng ist jedes Ding an seinen Platz gewiesen, daß man sieht, hier regiert nicht bloß das Kommando eines Kapitäns und das Ende eines schlichten Taus, sondern das starre Gesetz der Kriegsartikel, aufrecht erhalten vom Säbel und der neungeschwänzten Katze. Die Matrosen und Marinesoldaten stehen auf den Raaen in Reih und Glied, der Wimpel, die Epaulette des Kriegsschiffs, weht vom Topmast, und jauchzender Hurrahruf hallt herüber und hinüber, wenn das Schiff ein bürgerliches unter gleicher Flagge passirt. So sehr es auch in der Bai Aufsehen erregen mag, so wird es doch ausgestochen von dem festlichen Aufzug eines größeren Seefahrers, der, eben vom Stapel gelassen, seine Probefahrt durch die Bai macht; frisch von der Art und so blank wie ein geschältes Ei, paradirt das jungfräuliche Schiff auf dem Rücken des Elements, mit dem es sich eben vermählt hat. In frischen leuchtenden Farben weht die Comptoir-Flagge am Vormast, die Farben des Landes entrollen sich am Jib und die aller seefahrenden Nationen flattern in vielen hundert kleinen Fähnchen vom Deck bis zu den Mastspitzen am Takelwerk hinauf und hinab. Die Büste oder Figur des Taufpathen unter dem Bugspriet ist mit Kränzen und Bändern geschmückt, geputzte Damen und Herren füllen das Quarterdeck und eine Musikbande verkündet in lustigen Weisen, daß ein neues Schiff geboren ist. Die kleineren Fahrzeuge: das ebenso gewandte wie sturmfeste Lootsenboot, zu fortwährender Wachsamkeit und immerwährendem Kampf mit den Elementen gerüstet, wie der verlorene Posten eines Außenwerks; der plebejische Austernschooner und die aristokratische Yacht; das schmutzige Fischerboot und die einsegelige Sloop schwirren und jagen durch, neben und gegen einander, wie ein Flug Schmetterlinge, und eine Unzahl Ruderboote, die den kleinen Verkehr zwischen den Schiffen und dem Land vermitteln oder zum Zeitvertreib umherspielen, vollenden die lebensvolle Staffage auf diesem kleinen Stück See, welches der Rahmen unseres Bildes umschließt.