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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Neunzehnter Band | |
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Links begleitet von der immer belebteren, immer dichter von Landhäusern, Gärten, dampfenden Fabriken und blinkenden Ortschaften angebauten Küste von Staten-Island, rechts von dem flachern, aber eine große Stadt (Brooklyn) aufnehmenden Ufer von Long-Island, gelangen wir zur Quarantäne. Die Formalitäten der Untersuchung sind im Nu vorüber und wir, glücklicher als die dort vor Anker gebannten Auswandererschiffe, nähern uns dem Hafen von Newyork. Immer enger wird das Gedränge der Fahrzeuge, immer langsamer die Fahrt. Die rothen Häusermassen der Stadt verbergen sich hinter einem immer dichter und höher hervorragenden Wald von Masten; vorüber an der baumgrünen Spitze der Stadtzunge, der Battery mit Castle Garden, laufen wir in die Mündung des Hudson ein; es krächzt das Steuer, mit einer Wendung verlieren wir das linke Ufer, die waldigen Anhöhen von New Jersey, aus dem Gesicht; Masten ringsum, das Schiff legt an einem aus Pfahlwerk weit in den Fluß hineingerammten Pier an, der Anker rasselt nieder, wir sind im Hafen.
Unser zweites Bildchen zeigt den Blick rückwärts, von der die Mündung des Hudson dominirenden Höhe von Westhoboken hinaus über die Bai, nach der Enge, welche der Vorgrund unseres ersten Bildchens darstellt. Beide Aussichten streiten um den Vorzug. Sie sind von keiner Küstenscenerie der Welt übertroffen an Großartigkeit, Mannigfaltigkeit, Lieblichkeit und bewegtem Leben; zu vergleichen sind sie nur mit der vom Golf von Neapel.
Das österreichische Kronland Mähren ist noch ein von der Heerstraße der Touristen so entlegener Theil unseres Vaterlandes, daß nur selten eine Reiseschilderung oder ein Bild daher uns zu Gesicht kommt, obgleich die landschaftliche Natur dort an grandioser Schönheit und reizender Mannigfaltigkeit den gepriesensten Gegenden Europa’s beigesellt zu werden verdient und dem Künstler, Freund und Forscher der Natur, wenn er nur den Schleier von dieser fast noch terra incognita zu lüften versuchte, eine reiche Fundgrube der interessantesten und überraschendsten Entdeckungen bieten würde. Umschlossen von einem Kranz natürlicher Mauern, den wild-malerischen Bergriesen der Karpathen, den wald- und erzreichen Höhen der Sudeten und den böhmischen Grenzgebirgen, birgt es in seinem
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Neunzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1857, Seite 242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_19._Band_1857.djvu/252&oldid=- (Version vom 31.12.2025)