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Bahia-Honda auf Cuba.




Sehnsucht erweckt der Anblick dieses Bildchens, die Sehnsucht nach dem herrlichen, ewigen Meer! Da dehnt es sich aus in seiner Endlosigkeit, winkend mit jeder spielenden Welle am Ufer, mit jedem schwellenden Segel, das zu anderen Ländern zieht, mit den fernsten Wogen, die sich selig wiegen im unermeßlichen Bette, mit jeder Rauchsäule des Dampfers, die der Horizont verschlingt. Was ist jenseits der Linie, die dort des Aethers ruhiges Blau scheidet vom schimmernden Spiegel des Oceans? Welche Segensfülle hat drüben die Erde den Menschen hingelegt an weite lachende Gestade, heimlich verborgen in säuselnden Buchten und grünen rauschenden Thälern, reizend hingelehnt an ragende Höhen, oder versteckt in ihrem Schooße, wie eine liebende Mutter den Kindern die bunten Eier der Osterfreude? Denn eine liebende Mutter ist die Erde allen ihren Kindern, und wenn nur wenige auf ihr das Glück des Lebens finden, so ist’s deren eigene Schuld: wahrlich, sie machen’s darnach!

Es ist nicht jedem Menschen das Auge des Dichters gegeben, dessen Blick in das Herz der Natur dringt, dessen Geist Felsen belebt und der Eiche im Walde lauscht, und der es der Erde ansieht, welcherlei Segen sie spenden möchte und für welche ihrer Kinder. Für ihn gibt es kein unbeschriebenes Blatt in der ganzen Schöpfung, und er findet der Schätze des Heils und der Erhebung für Geist und Herz gar viele. Diese theilt er aus in der Sprache, die vom Anfang bis heute alle Völker am liebsten hörten vom Kinde bis zum Greis: im Sang und Klang streut er den Samen der Wahrheit und der Liebe aus, aus denen die Freiheit von selbst emporwuchert. Diese Trias belebt die Wüste, lockt Blumen aus dem Sand und gründet auf jeder Flur ein Paradies. Deshalb liebt jedes edle Volk seine Dichter und ehrt ihre Werke als Heiligthümer seines Geistes.

Es gibt aus dem grauen Alterthume zwei Sagen: Wenn Orpheus die Leier Apollo’s ergriff, erhob er die Herzen der Menschen und der Thiere, die Vögel kamen vom Himmel, die Fische aus der Fluth, und selbst Tiger und Schlange schmiegten sich zu seinen Füßen. Dann ist die Welt älter, aber nicht besser geworden. Denn als Arion kam, in dessen Hand die Cither lebte, erregte er in seiner höchsten Noth nur das Mitleid der Thiere, und Menschenherzen verschlossen sich ihm, weil sein ärgster Feind, der Mammon, sie beherrschte. Wo aber seine Herrschaft