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und breiten Freitreppen geschmückt sehen, erhebt sich, geziert mit riesigen Granitsäulen und einer gewaltigen Kuppel, die Börse, gebaut 1836 bis 1840 auf die Stätte der alten, welche die große Feuersbrunst von 1835 mit verzehrt hatte. Von früh 10 Uhr bis Nachmittags 3 Uhr ist Wall-Street wohl die regste, durchrannteste Straße der Welt; da tobt in ihr die Hochfluth des Geschäftsgewühls. Schlag drei Uhr werden die Geschäfte geschlossen, und die Straße wimmelt dann wie ein Ameisenhaufen. Die entsetzlichsten Kontraste von Seelenzuständen stürmen dann an einander vorüber; vom Glück gehobene, vom Unglück zerschmetterte, von eiserner Gleichgültigkeit umgebene Gestalten, das sind die wechselnden Bilder vor deinen Augen. Die Spekulation hat hier keinen Turnirplatz, hier ist’s ein Schlachtfeld! „Nirgends“, sagt M. Busch, „wird Göttin Fortuna so hoch verehrt, nirgends gebardet sich ihr Bruder Mammon so molochsartig! Ueber dem Eingang der Straße sollte geschrieben stehen: Wagen gewinnt, Wagen verliert; über dem Ausgang: Wie gewonnen, so zerronnen; und die Fahne der Börse sollte die Inschrift tragen: „Nil admirari!“




Ostia.




Tiber ist der weltgeschichtliche Name des Wassers, das den stattlichen Palazzo bespült und die schlanken Gondeln trägt, die unser Bildchen beleben. Der Name Ostia aber ist von seiner alten Stätte des Ruhms tiefer in’s Land getragen worden und dient jetzt einem armen, verkommenen Orte zur beschämenden Zierde. Das ist nicht mehr das Ostia des Ancus Martius, Roms erste Kolonie und reiche, prächtige Hafenstadt, vor welcher die siegreichen Flotten, die Ueberwinder Karthago’s, ankerten. Die Ruinen dieser Herrlichkeit mußt du eine Viertelmiglie näher am Meer und noch drei Miglien davon entfernt suchen, so weit ward das Land Herr über die See, als der Mensch den Kampf mit der Natur aufgegeben hatte. Denn als unter Claudius, Caligula’s traurigem Nachfolger auf dem Kaiserthron, um 50 n. Chr. ein zweckmäßigerer Hafen am rechten Tiberufer angelegt wurde, bei welchem bald der Flecken Portus aufblühte, welkte Ostia ab, der Hafen versandete, die flachen Ufer wurden Sumpflachen, und nur die alten Salinen hielten den Ort noch einige Zeit aufrecht. Zu Anfang des 5. Jahrhunderts