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Griechenchor der Calvarienkirche zu Jerusalem.




„Wir glauben Alle an Einen Gott!“

Der protestantische Christ tritt in sein einfaches Gotteshaus mit einem stillen Gebete. Seine Kirche hat nur einen Altar, den Gottestisch für Alle; ein Krucifix und zwei Lichter sind des Altars Schmuck; das Bild des Heilands ist die höchste Kunstzierde der Wand. Der gemeinsame Gesang in den Lauten der Muttersprache erhebt sein Gefühl, das Wort der Lehre und Ermahnung vom Munde des Geistlichen stärkt ihm Geist und Herz, das Abendmahl in beiderlei Gestalt mit den feierlichen Gesängen der Einsegnung ist sein heiligstes Familienfest am Altar, mit einem stillen Vaterunser verläßt er sein Gotteshaus, und sein Glaube macht ihn selig.

Der katholische Christ tritt mit dem Segen des Weihwassers in sein schön geschmücktes Gotteshaus. Die Altäre und Reliquien der Heiligen seines Glaubens zieren die Wände, der Hochaltar krönt das Allerheiligste, zahlreiche Kerzen bestrahlen die kostbaren Bilder, deren herrlichstes „die Mutter Gottes“ feiert. Sein Gefühl ergreift und erwärmt die Tonkunst mit ihren erhabensten Klängen, der gemeinsame und der Wechselgesang erhebt ihn, das Wort des Priesters stärkt ihn in seinem Glauben, die Communion gießt Trost und Frieden in sein Herz, mit dem Segen des Weihwassers verläßt er sein Gotteshaus, und sein Glaube macht ihn selig.

Der griechische Christ tritt mit drei Kniebeugungen und Bekreuzigungen in sein prachtstrahlendes Gotteshaus. Die Wände glänzen von goldbeladenen Bildern, Heiligenbilder und goldene Gitter trennen ihn von dem geheimnißvollen Halbdunkel der Stätte des Hochaltars, verkündet wird ihm, was, seinem Auge verborgen, zum Preise der Gottheit und zu seinem Heile geschieht, er singt nicht, er betet nicht, es wird ihm gesungen, es wird für ihn gebetet, bei den kunstvollen Tönen des Chors und den Segenssprüchen des Priesters berührt er mit der Stirn den Fußboden der Kirche und bekreuzigt sich vielmal, empfängt die Communion, küßt den Becher des Abendmahls, mit drei Kniebeugungen und Bekreuzigungen gegen das Allerheiligste verläßt er sein Gotteshaus, und sein Glaube macht ihn selig.

Drei Bäume, gezogen aus den Trieben eines Stammes, welcher in seiner Einheit und Reinheit nicht mehr auf Erden zu finden ist. Den einen Trieb pflanzte man in den ernsten rauhen Norden der germanischen