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als in Sprache und Sitten. Die Gascogner sind ein gutmüthiges, tapferes und kluges Volk; ihren komischen Zug verdanken sie allein ihrer etwas außer Verhältniß gerathenen Eitelkeit. Diese ist die Mutter der berühmten Gasconaden. Die Armuth des Landes zwang nämlich stets viele junge kräftige Leute, auswärts in Dienste und am liebsten in Kriegsdienste zu treten. Unsere ehrlichen Schwaben würden da, wie unsere wandernden und kriegsdienenden Tiroler und Schweizer, gesagt haben, daß sie in die Fremde gegangen wären, weil sie daheim nichts zu schleißen und zu beißen gehabt hätten. Des Gascogners Eitelkeit sprach anders; sie schilderte herrliche Schlösser und große Waldungen voll edlen Wilds, reiche Heerden und weite Felder voll Fruchtbarkeit als erbliches Eigenthum des Prahlhans, bei dem Schmalhans erblicher Küchenmeister war, aber den dennoch nur die Liebe und Sehnsucht nach Kampf und Ruhm aus dem Schooß des Ueberflusses getrieben haben sollte. So repräsentiren beide Völkerschaften in einem Hauptcharakterzug ihre Nationen: der Schwabe mit seiner lachenden Selbstironie, Klugheit und Muth verleugnend, während er Beides im reichsten Maße besitzt, und der Gascogner, seiner Heimath Armuth und seine eigene verleugnend, während er daran den weltbekanntesten Ueberfluß hat: dort Uebermaß in der Bescheidenheit, hier Uebermaß in der Eitelkeit, dort Deutschland und hier Frankreich.

Auch die Gascogner haben ihrem großen französischen Vaterlande eine Reihe tüchtiger Männer geliefert, würdige Früchte des originellen Baums. Aus der Stadt allein, die unser Bild uns zeigt, gingen zwei Größen hohen Rangs hervor: der Naturforscher Duchesne, besonders als Chemiker und Anhänger der chemisch-medicinischen Schule des Paracelsus bekannt, und der Marschall Montesquiou d’Artagan († 1725).

Auch galt bis auf die Departemental-Eintheilung Frankreichs als Hauptstadt von Armagnac und zeitweise von ganz Gascogne. Gegenwärtig ist es die Hauptstadt des Departements Gers und des Bezirks von Auch und Sitz der Departementalbehörden, eines Erzbischofs (schon seit dem 4. Jahrhundert), eines Handelsgerichts und einer Börse. Im Alterthum war es als Climbernum, auch Civitas Ausciorum oder Augusta Ausciorum, Hauptstadt der Auscier. Seit dem 10. Jahrhundert residirten hier die Grafen von Armagnac, und vom 11. bis 14. Jahrhundert wurden mehre Kirchenversammlungen und Synoden hier gehalten. Die Stadt liegt am linken Ufer des Gers und besteht aus einer Ober- und einer Unterstadt, die durch abschüssige, zum Theil unfahrbare Straßen verbunden sind. In ihrem üppigen Rahmen von Obstgärten gewährt die alte Stadt einen imposanten Anblick; das Imposanteste aber ist die Alles überragende Kirche. Sie ist eine der größten und prachtvollsten in ganz Frankreich. Stylrein ist sie nicht; sie ist im gothischen Style begonnen und im griechischen vollendet. Die Kirche selbst ist rein gothisch, hat ein Schiff von 90′ Höhe, Glasmalereien von wunderbarer Schönheit und hohe Gewölbe von 80′ Spannung; über sie erheben sich zwei Thürme, deren Gerippe, die nackte Mauer, dem der Notre-Dame-Thürme in Paris sehr ähnlich ist, deren Umkleidung jedoch aus lauter korinthischen gekoppelten