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Cahokia, Fort Chartres und Vincennes und anderen Orten des östlichen Missisippi-Ufers, Einwanderer, die der Nationalstolz aus jenen Gegenden vertrieb, weil dieselben im Jahre 1763 von Frankreich an Großbritannien abgetreten worden waren. Schon am 10. Oktober 1764 wurde die blutjunge Niederlassung von 400 Indianern heimgesucht. Sie verlangten zwar nur Lebensmittel und Geschenke, aber so ein gewaltiger Schrecken fuhr in die Ansiedler, daß ein Theil davon die gefährliche Stätte verließ und stromabwärts segelte. Der Krieg war aber begonnen und dauerte nun fort, und zwar mit gleicher Heftigkeit an beiden Uferseiten des Missisippi. Die Engländern wurden ihrer Feinde zuerst Herr. St. Louis aber war 1768 an Spanien gekommen, das den Ansiedlern noch weniger Schutz gewährte, als Frankreich. Denn als am 8. Mai 1780 einer der furchtbarsten Angriffe von Seiten der Indianer erfolgte, zogen die spanischen Truppen der Kolonie sich in ihren steinernen Thurm zurück und überließen es den französischen Ansiedlern, mit den eigenen Waffen Frauen und Kinder, Hab’ und Gut gegen die wüthenden Haufen der Wilden zu vertheidigen. Im Jahr 1803 kam St. Louis wieder an Frankreich und wurde vom Konsul Bonaparte unmittelbar darauf mit dem ganzen Missisippithal an die Vereinigten Staaten abgetreten.

Von diesem Augenblick an tritt St. Louis aus seiner unbehülflichen Kindheit heraus: der Angloamerikaner und der Deutsche legen dort das schwere Pfund ihrer Rührigkeit, ihres ausdauernden Fleißes an, Franzose und Spanier weichen vor beiden mehr und mehr zurück, auch hier wird das germanische Geschlecht dem romanischen verderblich, und heute, nach 93 Jahren, trägt die Stadt von ihren ersten Gründern keine Spur mehr.

Die Einwohnerzahl von St. Louis erlebte nun folgende Steigerung: 1810: 1600; 1820: 4600; 1830: 6700; 1840: 16,500; 1848: 43,000; 1850 (letzter Census): 77,860; 1853: gegen 100,000; 1857: schwerlich unter 140,000, und davon sind der vierte Theil Deutsche. – In gleich kühnem Verhältniß wuchs die Dampfschifffahrt der Stadt und des gesammten Missisippi. Der erste Steamer kam im Jahre 1819 an. Im Jahre 1822 schilderte Herzog Paul von Würtemberg die hiesige Dampfschifffahrt als noch sehr in der Kindheit begriffen. Im Oktober 1841 besaß die Stadt bereits 67 Steamers von 150 bis 800 Tonnen, und auf dem Missisippi und seinen Nebenflüssen fuhren 300 Dampfer. Elf Jahre später, als M. Wagner und K. Scherzer auf ihrer wissenschaftlichen Reise durch Nordamerika den Strom hinabdampften, war die Zahl der Missisippi-Steamers auf 841 angewachsen und dem hohen steinernen Kai von St. Louis entlang lagen nicht weniger als 93 dieser zwei- und dreistöckigen Riesenschiffe, deren eiserne Schlöte wie Säulen hoch in die Luft ragten und die Reisenden mehr überraschten, als der Anblick der Stadt selbst. Mit Recht wird sie das große Emporium des Westens genannt. Sie ist im Binnenlande der wichtigste Hafenplatz des ganzen Stromgebiets. Schon im Jahre 1846 belief sich die Zahl der Dampfbootausladungen auf 2380 mit 467,824 Tonnengehalt; der Gehalt der Dampfboote, welche damals