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Er heirathete eine reiche Dame und lebte unabhängig und hochgeehrt von Volk und Armee. In dieser Zeit gingen ihm die Augen auf über die Bedrückungen und Zurücksetzungen, welche die einheimische Bevölkerung Cuba’s von den Günstlingen der spanischen Krone zu erdulden hatte; es waren dieselben unerträglichen Zustände, die er in seinem Geburtslande als kampf- und ruhmbegieriger Jüngling so tapfer gegen sein eigenes Blut vertheidigt hatte. Er lernte Volk und Land lieben und nannte Cuba fortan seine zweite Heimath. Hier erkennen wir den ersten Schritt zu seinem letzten. –

Der zweite Akt dieses Lebensbildes versetzt uns nach Europa. Wir finden Lopez in Madrid, als Christine, an Ferdinands VII. Sarg vorbei, den Thron bestieg. Jedem Absolutismus Feind geworden, bot er der Königin seine Dienste an. Auch hier bewährte er sich als treuen und festen Kriegs- und Ehrenmann, der sich die Achtung von Freund und Feind erwarb, etwas unendlich Seltenes in Bürgerkriegen. Seine kühnen Thaten hoben ihn von Rang zu Rang, und als er den von den Carlisten eingeschlossenen Valdez durch ein verwegenes Durchbrechen ihrer Reihen Hülfe und dem ganzen, bereits dem Tod geweiheten Corps Rettung gebracht hatte, wurde er General. Aber auch hier war der Bürgerkrieg zur unmenschlichsten Würgerei ausgeartet und, noch schlimmer, der Soldat war Herr geworden: er erklärte den Krieg für seinen Krieg, entsetzte und verjagte die Offiziere nach Belieben und zwang die Feldherren zu Unternehmungen nach seinem Wohlgefallen. Auch Lopez ging, gezwungen, das Treffen bei Jadraque ein, wurde geschlagen und mit 600 Mann seines zersprengten Corps gefangen. Man brachte ihn auf die Bergveste Cantavieja, die gleich darauf von San Miguel belagert wurde. Da geschah Folgendes. Der Kommandant der Festung entsandte Lopez mit dem Auftrag an San Miguel, diesem zu verkünden, daß alle gefangenen Christinos über die Klinge springen müßten, wenn die Belagerung nicht sofort aufgehoben würde, und nahm ihm das Ehrenwort ab, unter allen Umständen in den Kerker zurück zu kehren. Lopez ging, richtete aus, was ihm aufgetragen war, ermahnte aber dann San Miguel, seine Angriffe mit verdoppelter Energie fortzusetzen, weil Cantavieja fallen müsse, und ging in die Gefangenschaft zurück. Wen erfreuen hier nicht die Athemzüge eines Regulus? Hier ruft man anders aus, als oben: o Glaube und Treue! Das Glück war dem Braven hold. San Miguel ward Herr der Festung, ehe die Carlisten ihre Drohung ausführen konnten, und Lopez war frei. – Wunden und harte Gefangenschaft hatten ihn jedoch unfähig gemacht, wieder das Schwert zu führen. Er bewarb sich um eine Abgeordnetenstelle und ward Mitglied der Cortes. Und hier stehen wir abermals vor dem Manne von Cuba. War ihm auf der fernen Insel der gerechte Jammer des Volks in’s Herz gezogen, so erkannte sein Verstand hier bald, daß eine harte Regierung der Kolonien den Spaniern zum Naturgesetz geworden sei. Auch die Cortes waren blind für jeden gerechten Anspruch der Cubaner. Es muß hier hervorgehoben werden, daß General Lopez den gesetzlichen Boden, auf dem er hier als Abgeordneter der spanischen