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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band | |
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Metall jährlich liefern. Eine rationelle Bewirthschaftung würde indeß mit wenig mehr Menschenarbeit das Zehnfache leisten können; das wäre das Doppelte von dem, was in normalen Jahren auf der Welt verarbeitet wird.
Die Lage von Dubuque, auf einem Plateau am rechten Ufer (Iowa) des hier eine englische Meile breiten Mississippi, wird von den Bewohnern des Westens nicht ohne Ueberschätzung mit der von New-Haven, der Perle des Ostens, verglichen, die Ueppigkeit der umgebenden Vegetation, die Fruchtbarkeit des Bodens aber noch höher gepriesen. Zur Zeit der letzten Zählung (1853) hatte Dubuque 7500 Einwohner. Noch kann der Platz nur als Kind gelten gegen die Größe, den Reichthum und die Bedeutung, welche ihm in nicht ferner Zeit die Ausbeute der unermeßlichen Schätze verheißt, die unter seinem Baugrund ruhen; dann wird Dubuque zum Potosi der Bleiregion.
Im äußersten Norden Böhmens, zwei Stunden oberhalb des Austritts der Elbe, thront auf einem an 200 Fuß über dem Stromspiegel schroff aufsteigenden Sandsteinfelsen das Schloß Tetschen, von Vielen als der glänzendste Schmuck des Elbthals gepriesen. Auf dem Flusse und der Schienenstraße, die beide sich tief unter den Fenstern des Schlosses hinziehen, muß Alles vorüber, was aus Böhmen nach Deutschland und weiter will, ein lebendiges, jeden Tag wechselndes Bild von Dampfessen, Schiffsmasten und Eisenbahnzügen. Zu Füßen des Schloßberges, am dies- und jenseitigen Ufer, liegen die verkehrslustigen und gewerbrührigen Ortschaften Tetschen, Bodenbach und Weiher, durch eine neue Kettenbrücke zu einem einzigen und hauptsächlichen Stapelplatz böhmischer Ausfuhr verbunden. Das Schloß selbst ist weniger bedeutend durch architektonische Schönheit, als interessant durch seine wechselvolle Geschichte, die es mit der Böhmens, namentlich in dem verheerenden Hussiten- und 30jährigen Krieg theilte. Von berühmter Schönheit sind die zugehörigen großen Gartenanlagen am Berg, mit zahlreichen Treibhäusern für exotische Pflanzen. Es reifen darinnen allein an 4000 Ananas jährlich. Besitzerin von Schloß und Herrschaft ist die altgräfliche Familie Thun.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1859, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_20._Band_1859.djvu/107&oldid=- (Version vom 4.1.2026)