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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band | |
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die Höhe auf 12,044 pariser Fuß. „Welch ein Bild der erhabensten Natur!“ ruft Gebhard aus, „hier schwebt das Auge über einem unermeßlichen Sehkreis; freilich keine Aussicht auf Thäler und Ebenen, nur über das Meer der Gebirge, die sich wie erstarrte Wogen übereinander thürmen. Gegen Osten erblickt man die hohen mit Schnee und Eis bedeckten Oelzthäler-, gegen Westen die Graubündtner- und rückwärts liegende Schweizer-Gebirge. Deutlich zeigt sich der Eisstock des Monte-Rosa, und rechts von ihm, in Schleier gehüllt, das ehrwürdige Haupt des Montblanc. Im Süden ziehen sich die scharfspitzigen Fleimser Kalkgebirge in die lombardische Ebene hinab und in der Ferne tauchen die Züge des Apennin in die tiefblauen Spiegel der adriatischen und genuesischen Meere hinab.“
Später, 1826, wurde der Berg vom Geometer Schebecke aus Wien und 1834 von Professor Thuswieser aus Salzburg erstiegen. Die Besteigung gilt, nach der des Monte Rosa, als die schwierigste und gefahrvollste unter den bekannten Alpenhöhen.
Zu den großartigsten Instituten öffentlichen Nutzens einerseits, zu den wirksamsten und gefährlichsten Werkzeugen politischer Parteiherrschaft und Corrumpirung andererseits in den Vereinigten Staaten gehört das Postwesen. Nur durch den bereits gewonnenen großen Einfluß und den anerkannten hohen Werth dieser Institution als Waffe in den Händen der Parteien ist es zu erklären, daß ein dem demokratischen Geist der nordamerikanischen Staatsverfassung so zuwiderlaufendes System noch aufrecht erhalten wird. Es werden nämlich alle Stellen im Postdienst vom Präsidenten besetzt, und man kann sich leicht vorstellen, welchen Einfluß auf die öffentliche Meinung und welchen Druck auf die freie Willensäußerung ein wohlorganisirtes Corps von 27,000 über das ganze Land verbreiteter Privat-Beamten des Präsidenten ausübt, aber auch was für eine Armee von Parteigängern einem Präsidentschafts-Kandidaten bloß durch das Versprechen oder die Aussicht zugeführt wird, bei der Vergebung so zahlreicher einträglicher Stellen (Spoils, Beute, nennt’s das Volk) bedacht zu werden. Abgesehen davon, daß durch ein solches System die Macht der Central-Regierung gerade da gestärkt wird, wo sie nur gefährlich und schädlich wirken kann, leidet noch der Dienst selbst empfindlich darunter, daß er, anstatt fähigen und erfahrenen Händen anvertraut zu sein, nur als „Spoil“ einer feilen Prätorianerbande behandelt und auf das gewissenloseste während der kurzen Zeit des ungestörten Besitzes (alle vier Jahre erfolgt ein Kabinets- und Stellenwechsel) ausgebeutet wird.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1859, Seite 106. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_20._Band_1859.djvu/116&oldid=- (Version vom 4.1.2026)