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auf Oasen in Mitte von Wüsten. Und eine Dase an malerischen Bergen und fruchtbaren Gefilden ist die Lage Kasans in der hunderte von Meilen sich erstreckenden Steppe des Wolga-Gebiets.

Die Geschichte von Kasan bis zur Epoche, als das Reich mit seiner Hauptstadt unter dem Schwert Iwans fiel, bietet während fast drei Jahrhunderten eine ununterbrochene Reihe von Kriegen, nach außen und innen, Eroberungen, Revolutionen, Entthronungen und Verjagungen von Fürsten, Kämpfen und Hader verschiedener Dynasten-Familien. Es ist die Geschichte fast aller Barbaren-Völker, beherrscht von roher despotischer Gewalt und sich aufreibend in innerer zielloser Kraft.

Auch eine Bartholomäusnacht und sicilianische Vesper zählt Kasan unter die Akte seiner Chronik. Den 24. Juni 1706 war es, an einem großen Markttag, jährlich von vielen Russen und fremden Kaufleuten besucht, an dem Mehemed Amin, verjagt von seinen Völkern und mit Hülfe der Czaren von Moskau wieder auf seinen Thron erhoben, den Anschlag zur Ermordung aller Christen nicht nur in Kasan, sondern im ganzen Reich ausführte. Nur Wenige entgingen dem ihnen bereiteten Schicksal, und von diesem Massakre datirt hauptsächlich der erbitterte Krieg mit Rußlands Czaren, der nach mannichfachen Wechselfällen zum Sturz des Khanats führte.

Das tragische Ende Kasans ist eine jener geschichtlichen Katastrophen, die in der Feder des Aufzeichners zum Epos werden, so erhaben steht das Heldenthum der 30,000 Vertheidiger gegen ihre 150,000 Feinde, so reich an Zügen des Opfermuths, so groß an Aufwand jeglicher menschlichen Tugend und Leidenschaft ist die Geschichte dieses Kampfes, eine Iliade des Mittelalters, zu vergleichen mit dem Beispiel des maurischen Granada und des saracener Jerusalem.

Im Jahr 1547 kam Iwan IV. mit einer großen Armee, Kasan zu belagern. Starke Wälle aus Eichenholz mit festen, hohen Thürmen und einem Kreml, welcher die Umgebung beherrschte, vertheidigten den Platz. Vergeblich suchten die Batterien Breschen in die Mauern zu legen. Kasan hielt Stand. Die Elemente sind mit ihm im Bund. Wolkenbrüche überschwemmen die Lagerstätte der Russen, und unter großen Gefahren tritt der Czar den Rückzug an. Dreißig Werst von Kasan, an der Einmündung eines Flusses, macht er Halt, beschließt und befiehlt daselbst die Gründung einer christlichen festen Stadt. Nach vier Jahren hatte sich dort die Stadt und Festung Swiajsk, am Fluß Swiaga, erhoben. Kasan erschrak. Im folgenden Jahre begann die Belagerung der Hauptstadt, die Geschichte ihres Heldenthums.

Der Czar kündigt dem versammelten Rath seiner Bojaren an, daß die Zeit da sei, den Stolz der Tatarenstadt zu brechen. „Gott schaut auf den Grund meines Herzens; ich suche keinen leeren irdischen Ruhm, ich will nur das Glück meiner Christenvölker sichern. Wie könnte ich einst furchtlos vor dem Höchsten erscheinen und