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sagen: Hier bin ich mit den Unterthanen, die du mir anvertraut hast, wenn ich sie nicht vor den grausamen Feinden Rußlands geschützt habe, vor den Barbaren, mit denen nie Ruhe noch Frieden zu halten ist?“

Die Vorbereitungen sind fertig, die Heerführer ernannt; die Einen führen die moskowitischen Schaaren nach Nijni, Jene an der Spitze der Bojaren-Söhne, der Strelitzen, und die Kosaken beziehen ein Lager an der Kama; die Wojewoden von Sviajsk sollen die Wolga-Uebergänge besetzen. Der Czar hält Revue über seine Heerestheile, redet ihnen Muth ein, instruirt die Generale, die Armee setzt sich in Bewegung, es ist der 18. Juni. Schwere Transporte waren vorausgeeilt. Die Oka und Wolga waren bedeckt mit Fahrzeugen, diese mit Geschützen und Munition beladen, jene mit Lebensmitteln. Der Czar folgt seiner Armee. Er nimmt von seiner jugendlichen Gattin, der nordischen Anastasia, Abschied: „In deine Hände lege ich die Zügel des Reichs und meine höchste Gewalt. Sei gut und wohlthätig. Der Herr wird meine Tapferkeit und deine Milde belohnen.“ – Auf den Knieen erfleht die Czarin den höchsten Schutz für ihres Gatten Waffen. Dieser begibt sich in die Basilika und empfängt den Segen des Priesters; mit ihm die Offiziere seiner Garde.

Auf dem Marsch erfährt Iwan, daß der Khan von Taurien an der Spitze eines Heeres und der Janitscharen des Sultans den Kasanesen zu Hülfe eile. Tula ward von ihnen bereits belagert.

In der Armee zeigt sich bald Erschöpfung. Sie murrt. Wohin wird sie geführt? Was wird das Ende des Feldzugs sein? Es fehlt schon an Lebensmitteln. Alles ist aufgezehrt am Weg. Dabei ist die Jahreszeit vorgerückt. Die Bojaren-Kinder sind die ersten, die sich beklagen. Die Entmuthigung theilt sich allen Truppenkörpern, jedem Rang sogar mit.

Der Czar erfährt’s, aber bleibt standhaft. – Er fordert die Namen Derjenigen, welche ihrer Fahne treu bleiben und wendet sich dann zur Armee: „Die Andern mögen heimkehren; sie sind feige, und werden uns um die Hälfte unserer Lorbeeren bestehlen. Die Getreuen aber sollen meine Kinder sein, ich werde Ruhm und den letzten Bissen mit ihnen theilen!“

Des Czaren Worte wendeten den Sinn der Unzufriedenen. „Vorwärts!“ erscholl’s aus allen Reihen, und die Armee setzte sich nach Sviajsk in Bewegung, der Stadt, welche Iwan hatte bauen lassen, um gegen Kasan zu operiren. Nach zweitägiger Rast und religiösen Uebungen in der Kathedrale der neuen Stadt brach er auf. Noch 30 Werst trennen ihn von Kasan. Er überschreitet die Wolga. Von da sendet er eine Botschaft an den Tatarenfürsten, ihm die Thorheit vorstellend, seinen überlegenen Waffen widerstehen zu wollen und Gnade versprechend für freiwillige Unterwerfung. Aber Kasan hatte sich zur Gegenwehr gerüstet. Bei ihm handelte es sich um die nationale Existenz, um seinen Glauben. Keine Aussöhnung zwischen der Fahne des Propheten