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derselben durch neue, feste, viereckige Thürme, weshalb das Volk die Hradschiner Burg Jahrhunderte lang „die St. Wenzelsburg“ zu benennen pflegte. Unter dem heiligen Wenzel erschien der erste Feind vor seinen Mauern, Kaiser Heinrich der Finkler (928), und bald darauf, im Jahre 950, ein zweites deutsches Heer unter König Otto I. Erobert aber wurde die Hradschiner Burg erst im Jahr 1003 von polnischen Truppen Boleslaw’s, welcher Böhmen okkupirte und den Piasten Wladiwoj zum Herrscher einsetzte, allein den festen Wysehrad nicht zu nehmen vermochte. Im nächsten Jahre zog Böhmens rechtmäßiger Herr, Herzog Jaromir, durch einen kühnen Handstreich seines Bruders Udalrich und des tapfern Ritters Wyhon Dub wieder in der den Polen entrissenen Burg ein.

Das Kriegsjahr 1041, in welchem Heinrich III. mit zwei Heeren Prag bedrohte, aber nicht einnahm, bewog den böhmischen Achilles, Herzog Bretislaw I., neue Festungswerke nach wälscher Art ringsum das Prager Schloß zu errichten. Prinz Spitihnew, des Herzogs Sohn, leitete in eigener Person die Befestigungsarbeiten. Er legte auch den Grund zu einer bedeutenden Erweiterung des dazumal noch romanischen Veitsdoms. Im Thronstreite des Herzogs Wladislaw II. mit dem mährischen Premysliden drang Herzog Konrad III. von Znaim mit mährischen Truppen bis in das Herz von Böhmen vor und belagerte den Hradschin. Die Feuerpfeile der Belagerer fielen in die Fürstenburg und legten die Kirchen St. Veit und St. Georg in Asche. Die Burg litt zwar beträchtlichen Schaden, aber die Mährer mußten doch unverrichteter Sache abziehen.

König Wenzel I. ließ im Jahr 1252 eine neue Mauer mit Vertheidigungsthürmen und Schießscharten um die Hradschiner Burg ziehen. Sein, Sohn, der große Premysl Otakar II., ließ neue Mauern und mehre Thürme errichten, bessere und tiefere Gräben ziehen und die Thürme durch geschützte Gänge mit Zinnenwänden verbinden. Zugleich erhielt die Kleinseite Ringmauern, Wälle und Gräben, und bildete so ein deckendes Vorwerk des Hradschins. Die königlichen Wohnungen wurden mit jener Prachtliebe, welche Otakar von seinem Vater Wenzel geerbt hatte, prunkvoll ausgestattet und auf Kosten des Oberstlandrichters Tschitsch im Jahre 1263 die Allerheiligenkirche erbaut, die sofort zur königlichen Hauskapelle erkoren ward. Zehn Kastellane aus den edelsten Geschlechtern des Landes hatten die Burg zu bewachen und jedem derselben waren dreißig bewaffnete Schloßwächter beigegeben. Von dem Otakar’schen Bau haben sich noch mehre Reste über dem Hirschgraben, gegen das Belvedere zu, erhalten; die festen Thürme Daliborka, Mihulka und der sogenannte weiße Thurm, rühren in ihrer Grundform aus Otakar’s Periode her. Von der Mächtigkeit der Otakar’schen Befestigungen gibt uns ein gleichzeitiger Chronist einen Begriff, indem er die Breite der neuen Hauptmauern auf 40 Ellen, die Höhe auf 50 Ellen schätzte.