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Regengüsse, Wolkenbrüche und heftige Orkane machten im Jahr 1281 einen alten, gegen das St. Georgsstift zugekehrten Theil der Burg einstürzen, und später legte eine heftige Feuersbrunst einen Theil der königlichen Wohnungen in der Hradschiner Burg in Ruinen. Unter der leichtsinnigen Verwaltung Johann’s von Luxemburg geschah nichts für die nöthige Herstellung, und die Prager Burg blieb in einem so verfallenen und kläglichen Zustande, daß Karl IV., von seinem Vater zum Reichsverweser in Böhmen eingesetzt, bei seiner Ankunft in Prag im Jahre 1333 ein Bürgerhaus beziehen mußte. Es wurden rasch Anstalten zu einem Neubau gemacht und mit königlichem Aufwand ausgeführt, besonders als Karl selbstständiger Regent geworden war. Großgezogen am französischen Hofe, wählte der prachtliebende und kunstverständige Fürst das Schloß der französischen Könige, das Louvre, zum Vorbild der Prager Königsburg. Der Neubau ward so bewunderungswürdig, daß man im ganzen Lande niemals etwas Aehnliches gesehen. Die Bleidächer der beiden höchsten Burgthürme ließ Karl mit reinem Golde überziehen, daß deren blendender Glanz bei hellem Sonnenschein weit im Lande zu sehen war. Der herrliche gothische Neubau des Doms St. Veit erhob sich inmitten der Burgmauern und selbst die Burghöfe bekamen manchen werthvollen Schmuck, davon sich die Reiterstatue des heiligen Georg bis auf den heutigen Tag erhielt. Karl IV. bestimmte den Dom von St. Veit zur Krönungs- und Grabesstätte der böhmischen Könige und hinterließ ein selbst verfaßtes Rituel darüber.

Als nach Wenzels IV. Tode die hussitischen Unruhen unaufhaltsam vorschritten, warf sich die Königin-Wittwe Sophie mit ihren treuen Baronen und Rittern in die Hradschiner Burg und lieferte den Pragern von da herab manchen blutigen Strauß, bis sich die Hussiten an die Belagerung des Hradschins machten und die Königin zur Abschließung eines Vertrages nöthigten (1419). Eine Besatzung Sigmund’s hielt sich längere Zeit in der Burg, bis Zizka und die Prager ernste Anstalten zu einem Sturme auf dieselbe trafen. Die Schloßbesatzung bat um einen Waffenstillstand von vierzehn Tagen, und versprach sich zu ergeben, wenn sie bis dahin von König Sigmund keine Hülfe erhalten sollte. Nach Ablauf dieser Frist wurde die Burg wirklich übergeben und eine Besatzung von 200 Prager Bürgern hineingelegt.

König Wladislaw II., baulustig und prunkliebend, wollte den Königshof prachtvoll umbauen, die fortwährenden Unruhen der Bürger Prags verleideten ihm aber den Aufenthalt. Als ein Neustädter Bürger sich so weit vergaß, daß er gegen den aus einem Fenster schauenden König die Armbrust spannte und den Umstehenden zurief: „Laßt uns diesen verdrießlichen Polen niedermachen!“ setzte Wladislaw noch in derselben Nacht mit einigen Treuen über die Moldau und begab sich auf den Hradschin. Er wandelte einen großen Theil der Residenz großartig im gothischen Style um, und ließ einige herrlich gewölbte Säle darin erbauen, deren einer, der sogenannte Wladislaw’sche, noch jetzt eine der schönsten Zierden des Landes und einer der interessantesten gothischen