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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band | |
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von Zaluzan (der erste Aussteller des Sexualsystems in der Botanik), Anselm von Boodt, Christoph Harant von Polzic (der böhmische Ulysses), Bartholomäus Paprocki von Gogol, Jakob Typotius, Georg Handschius von Limusa, Rabbi Löw, unter den Dichtern: Thomas Mitis von Limusa, Paul von Jisbice, Georg Karolides von Karlsberg, Kaspar Kropác, Georg Pontanus von Breitenberg, Simon Lomnicky von Budec, die „englische Muse“ Elisabeth Weston, unter den Malern, Bildhauern und Kupferstechern: Hans von Achen (des Kaisers erklärter Liebling), Bartholomäus Spranger, Roland Savery, Georg Hufnagel, Joseph Heinz, die beiden Sadeler, Peter von Mecheln, Alexander Kolin, Adrian von Vries, Johann du Mont, Alexander Abondio, unter den kunstreichen Gemmenschneidern, mit welchen Rudolf nicht selten selbst arbeitete: Jobst von Brüssel, drei Miseroni von Lisson, Kratsch, Costrazzi, Schweiger und Lehmann. Dazu kam noch das Völklein abenteuernder Alchymisten, Magier, Geisterseher und Zeichendeuter, zuvörderst der Pole Michael Wojski Sendiwoj, die Engländer John Dee und Edward Kelley, der Grieche Mamugna (der falsche Graf Marco Bragadino), der Italiener Scotto, der Niederländer Kornel van Drebbel, die Deutschen Müller von Müllenfels (der ehemalige Barbier), Philipp Güstenhöfer (der Goldschmied aus Straßburg), Sebald Schwerzer und Michel Mayer. Nachdem bei dem Einfall der Passauer, wenn auch vorübergehend und durch offenbaren Verrath, fremdes Kriegsvolk den Hradschin betreten hatte, schwankte die böhmische Krone auf Rudolf’s Haupte und sein Bruder Mathias wurde 1611 König von Böhmen. Der Schmerz über die Entthronung nagte an Rudolf’s Leben, er starb 1612 in Prag’s Königsburg, nachdem er bei seines Bruders Krönung seinen Fluch über das „undankbare Prag“ herabgerufen, der sich nur zu bald erfüllte.
Mathias erhielt von den Ständen 20,000 Schock meißnischer Groschen zum zierlichen Umbau der Burgfronte, welche dieser Fürst im Jahre 1614 durch den bekannten Architekten Scamozzi in Ausführung bringen ließ. Das Scamozzische Portal sammt der gleichzeitigen Inschrift hat sich erhalten. Nachdem der weltbekannte Fenstersturz, dessen Schauplatz, die alte Landstube, ganz in ihrer alten Einrichtung erhalten ist, am 23. Mai 1618 eben auf dem Prager Schlosse das Signal zum Ausbruche des 30jährigen Krieges gegeben hatte, behielt Mathias seine Residenz fortan zu Wien. Dessen Beispiele folgten die späteren Regenten. Die Landtage und der Sitz der Dikasterien bewahrten jedoch dem Prager Schlosse auch fernerhin eine politische Wichtigkeit. Nur für eine kurze Zeit schmeichelte sich der Hradschin mit der Hoffnung, eine Residenz zu bleiben, als Friedrich von der Pfalz mit der schönen Königstochter aus England, Elisabeth Stuart, als erwählter König einzog. Während am 8. November 1620 ganz in der Nähe die Kanonen
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1859, Seite 141. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_20._Band_1859.djvu/151&oldid=- (Version vom 5.1.2026)