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der Schlacht auf dem weißen Berge donnerten, saß König Friedrich in einem der Säle dieser Burg bei einem glänzenden Mahle, als ein Bote mit der Nachricht, die Entscheidungsschlacht sei verloren, hereinstürzte und den sofortigen Aufbruch des Königs und des ganzen Hofstaats verursachte. Nicht lange darauf besetzten, statt der ständischen und königlichen Söldner, Bouquoy’s Wallonen und Tilly’s Bayern die Wachen in der Königsburg.

Der 30jährige Krieg brachte dem Prager Schloß ungeheure Verluste. Die Bayern und Sachsen, jene 1620 als Freunde, diese 1631 als Feinde auf dieser Burg anwesend, entführten zahlreiche Ladungen voll Kunstschätze und Kostbarkeiten. Was diese übrig ließen, nahmen zum größern Theil die Schweden unter Königsmark aus den Kunstkammern und Zeughäusern des Prager Schlosses, dessen sie sich 1648 zugleich mit der Kleinseite bemächtigt hatten.

Unter Ferdinand II. wurden viele im Innern der Königsburg eingebaute Privatgebäude angekauft und demolirt und der Anfang zur neuartigen Befestigung des Prager Schlosses gemacht. Kaiser Ferdinand III., welcher gern und oft in Böhmens Metropole weilte, ließ im Jahre 1641 unter der Leitung des Hofbaumeisters und Mathematikers Miseron einen größeren Umbau der Vorderfronte der Burg vornehmen und Vorbereitungen zu einem großartigen Ausbau treffen; allein die kriegerischen Zeiten hinderten die Ausführung. Die neue Befestigung der Burg wurde dafür energisch in Angriff genommen. Vom Jahre 1645 ab wurde auf lange Zeit eine Tranksteuer im ganzen Lande bewilligt, „daß daraus die angefangene Fortifikation continuirt und vollführt werden solle“. Um dem Königreiche Böhmen einigen Ersatz für die geraubten Kunstwerke zu bieten, vermehrte Ferdinand III. die in der Prager Burg gebliebenen Bilder durch den Ankauf der großen und werthvollen Gemäldegallerie des Lord Buckingham, welche herrliche Sammlung noch durch Leopold I. vermehrt wurde. Heute ist leider wenig mehr davon übrig als der Katalog. Derselbe Herrscher ließ 1686 den noch jetzt vorhandenen großen Röhr- und Springbrunnen durch den geschickten Heidelberger anfertigen und im zweiten Burghofe aufstellen, ferner im Jahre 1698 den spanischen Saal von David Hagenmüller mit Stuckmarmor bekleiden. Karl VI. nahm eine neue Ausschmückung des deutschen und spanischen Saales durch den bekannten böhmischen Baumeister Dienzenhofer vor und erbaute, da das unter Ferdinand III. und Leopold I. in der Burg bestandene Theater seinen Anforderungen zu klein erschien, ein großes Hoftheater jenseits der Staubbrücke.

Die französische und bayerische Invasion (1741 und 1742) brachte dem Prager Schlosse, welches der General Rutowski mit sächsischen Truppen genommen hatte, keinen erheblichen Schaden: nicht das Mindeste wurde entwendet und nur der Schloßgarten durch die in demselben kampirenden französischen Regimenter arg zugerichtet.