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Wo der Himmel einem Volke das seltene Glück bescheerte, daß die Lenker seiner staatlichen Ordnung frühzeitig den wahren Charakter und Beruf desselben erkannten und beiden das richtige Ziel steckten oder vielmehr auf das ihnen von der Natur gesteckte Ziel rüstig mit lossteuerten, da war einem solchen Staate die Zeit hoher Blüthe gewiß. Die meisten Völker rühmen sich einer solchen Zeit, manche fühlen sich von ihrer Gegenwart getragen, andere malen sie erst in die Luft oder leben geduldig der Hoffnung, sie noch zu erleben. Wir erinnern nur an Griechen und Römer, an Spanier und Portugiesen für die Vergangenheit, an Engländer und – (?) Franzosen für die Gegenwart, an Deutsche und Italiener für die Zukunft.

Zu diesen Zukunftsvölkern und ihren wichtigsten Interessen führt uns unser Bild. Die deutsche Nation verfolgte das schwere Verhängniß, daß ihr Charakter und Beruf von ihren Staatenlenkern zu spät, böse Zungen behaupten sogar, noch immer nicht erkannt worden ist: sie ist vorzugsweise eine für Kraft und Muth erfordernde Geschäfte und Unternehmungen leicht zu begeisternde. Hierzu gehört immerhin ein vorstechender Zug von kühner Landsknechtsnatur, und dieser Zug war es, den man zuerst wahrnahm und für dessen Ausbildung aus vielen Gründen die meiste Sorge getragen wurde, soweit eben regierende Herren allein verfügten. Wo freie Städte und Gemeinden hemmschuhlos dem Drange ihres innern Berufs folgen konnten, da sehen wir die Deutschen als Männer tüchtiger Gewerke, die frühzeitig an dem Kampfe mit Feuer, Wasser und Eisen ihre Lust übten, und überall, wo sich ihnen ein Fahrwasser bot, sehen wir sie unter Segel und Mast des Wagens froh.

Dieser letztere Zug ist es aber hauptsächlich, der uns mit der Hoffnung erfüllt, daß eine Blüthezeit der deutschen Nation noch kommen werde. Es ist eine Lehre der Geschichte, daß jedes große Volk, welches sich von seiner mittel- oder unmittelbaren Verbindung mit der See und dadurch mit dem Weltverkehre verdrängen läßt, dadurch die ersten Merkmale seines Verblühens, seines inneren Absterbens kund gibt; jedes verlorene Stückchen Küste ist ein verdorrter Zweig voll gelber Blätter an seinem Lebensbaum. Polen ist dafür das niederschlagendste Beispiel; es hat keine unmittelbare Verbindung mehr mit der See, kein frischer Hauch freier Nationen kann es meerwärts stärken, es muß den dicken Dunst der russischen Staatsatmosphäre einzig und allein athmen, und darum ist es verloren. – Diese Lehre bestätigt sich auch an Deutschland. Je mehr die Nation, nach den Ehrentagen der Hansa und der freien Reichsstädte, wo dem Bürgerthum die Bahn des Strebens unbeschränkt gewesen und der Deutsche seinem innern Drange frisch und fröhlich gefolgt war, in die Fesseln dynastischer Interessen fiel, je tiefer sank der Deutschen Seemacht und verschwand endlich ganz; auch die Handelsschifffahrt ward matt; sie schlug sich mühsam durch, weil ihr der Schutz eigener Seerüstung gebrach und der Staat sie gleichgültig verkommen ließ; so wenig achtete man die Küsten, daß man bei passenden Friedens-, Erb- oder Tauschgelegenheiten ihrer sogar gern sich entledigte. Das „Reich“ schüttelte die Ostseeprovinzen ab, wie eine störende Last, ließ Holland abtrünnig