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und Schleswig unfrei werden; Oesterreich gab sein Stück Niederlande hin, der westphälische Friede opferte Pommern dem Ausland, Hannover mußte englisch werden, und Preußen ließ seine Nordseeküste von Ostfriesland mit dem Hafen von Emden fahren und sein ganzes Seeleben hinter den Gefängnißriegel des Sundes einsperren, um ein halbes Jahrhundert später im Jahdebusen ein schwaches Zeichen heller gewordener Einsicht sehen zu lassen; ebenso hatte Oesterreich zur Zeit seiner tiefsten Erniedrigung unter Napoleon I. all sein adriatisches Küstenland abtreten müssen, während Rußland auf das Freundschaftlichste bemüht war, ihm die Donau zu verstopfen und es vom schwarzen Meere zurückzuscheuchen. Es war weit mit Deutschland gekommen durch die Schuld seiner Fürsten; und wenn der Anblick so kläglicher Seezustände die trübe Ahnung aufsteigen ließ, als seien nicht die deutschen Küstenvölker, sondern ihre Dynastien an innerer Kraft wie an äußerem Ansehen im Sinken begriffen, so war das nicht die Schuld der Nation. – Daß diese selbst noch mit guter Kraft zu streben vermag, hat sie in dem Frieden bewiesen, der als beste Errungenschaft aus dem Kampf gegen Napoleon I. den „Befreiungskriegen“ folgte: sie brachte in wenigen Decennien und vermittelst der wenigen deutsch gebliebenen Häfen für Deutschlands Verkehr und Geltung zur See viel wieder bei, was das „Reich“ sammt seinen zahllosen großen und kleinen Regierungen in Jahrhunderten hatten verderben lassen.

So lange die Ostsee eine Sparbüchse Dänemarks war, konnte der deutsche Seehandel jener Küstenstädte zu keiner Kraft gelangen und selbst jetzt kämpft er noch mit der Ungunst der Lage seines Meers. Dagegen erhoben sich rasch die Nordseehanseaten von Hamburg und Bremen, ersteres trotz der vielen landesväterlichen Hemmketten der Elbzölle und der britischen und dänischen Nebenbuhlerschaft. Beiden im Rang gleich, aber beide durch die Handelsbedeutung seiner Dampferlinien übertreffend, glänzte unter Oesterreichs Schutz und Pflege die südlichste Seestadt der Länder des deutschen Bundes als die frischeste und üppigste Perle am ganzen adriatischen Meere.

Da liegt es vor uns, das schöne Triest! Der Künstler hat den günstigsten Standpunkt gewählt, um uns die Stadt vom Lande aus zu zeigen. Wir stehen auf dem Wege, welcher nach Prosecco hinauf führt, wo der beste Wein der ganzen Umgegend wächst. Vor uns breitet sich Bahnhof und Stadt, Gebirg und Meer aus. Die nächsten Gebäude unseres Bildes gehören zur Quarantaine, welche von der Eisenbahn durchschnitten wird.

Jenseits des Bahnhofs sehen wir zur Rechten die Neustadt von Triest. Sie ist auf ebenem, größtentheils dem Meere abgerungenen Boden in quadratischer Straßenregelmäßigkeit gebaut und wird von dem Canale grande, welcher die größten Schiffe aufnehmen kann, in zwei Hälften zerschnitten; ebenso regelmäßig ist der ganze neuere Theil der Stadt, welcher sich den hohen Steindämmen der Rhede entlang hinzieht bis in die Nähe des Leuchtthurms. Die Neustadt grenzt nach drei Seiten hin an Stadttheile, deren Häuser- und Palastreihen