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an den Triest rings umschließenden Höhen hinansteigen und die besonders vom Meere aus das schöne amphitheatralische Bild der Stadt gewähren. Zur Linken laufen die freundlichen Straßen theils nach Opschina, theils zum Volksgarten und zur Villa Ferdinandea, die wir später besuchen. Gerade aus führen die Straßen auf die Höhe des Bergrückens, an dessen nordwestlicher Seite Triest sich ausdehnt; zu Füßen der südlichen Seite sehen wir die Bucht von Muggia tief in das Land hineindringen, jenseits begrenzt von einer istrischen Landzunge, hinter welcher Capodistria in einem schönen Busen liegt. Von dem Lande jenseits des Bergrückens von Triest zeigt unser Stahlstich die entfernten Züge der julischen Alpen und emporragend links die Burgtrümmer von Servolo, rechts die Kirche von Andignano. Wenden wir uns von der Neustadt rechts die Höhen hinan, so gerathen wir in das enge, winkelige, düstere, steil aufsteigende Gäßchengewirre des alten Triest, das vom Kastelle gekrönt wird, einem Festungsbau der Venetianer auf römischer Grundlage. An diese Altstadt schließt sich nach der Richtung des Leuchtthurms hin wieder die neuere Stadterweiterung an.

Die Mehrzahl der Reisenden fliegt jetzt auf der Karstbahn über Staub und Fels des traurig öden Gebirgs hinweg, aber sie fliegt auch an der bezaubernden „Meerfeier von Opschina“ vorbei, das früher die erste Sehnsucht aller von Norden kommenden Reisenden war. Dagegen führt sie die Bahn selbst zu einer ähnlichen Ueberraschung. Wenn der donnernde Zug das größte Bauwerk der ganzen Bahn, die 42 Bogen des über 2000 Fuß langen und 60 Fuß hohen Viadukts von Nabresina (mit einer bewunderungswürdigen neuen Wasserleitung für Triest) hinter sich hat, scheint eine schroffe Felswand seinem Laufe Halt zu gebieten. Aber die Felsen treten freundlich auseinander und wie durch einen Zauberschlag liegt das großartigste Seebild vor den staunenden Augen: 420 Fuß hoch über dem Meeresspiegel an der Felswand des Karst hin fahrend, sehen wir vor uns Triest, wie es unser Bild uns zeigt, und die Landzungen, Höhen und Buchten Istriens bis nach Pirano, das unsere Leser links von dem Dampfer auf hoher See angedeutet finden. Hier drängt der Eindruck des Meers den der Stadt nicht so sehr zurück wie auf der Höhe von Opschina, und je näher, je imponirender wirkt ihre Erscheinung. Sobald wir oben Mira-Mar, des Admirals Ferdinand Max schimmerndes Seeschloß auf der langen schmalen Landzunge bei Contovello, gebührend bewundert, den 60 Fuß hohen Viadukt von Barcola überflogenund endlich auch die Glaswände des Quarantaineviadukts durcheilt haben, umfluthen uns die Menschenwogen und verwischen alle die Landschaftsbilder, die uns einen Augenblick alles Menschenwerk hatten vergessen lassen: das Leben der Stadt überwältigt auch hier alle anderen Eindrücke.

Wir mögen von Triest’s landschaftlicher und architektonischer Erscheinung einen ersten Eindruck empfangen, welcher Art er sei, so geht er unter, sobald wir die Stadt selbst betreten. Das Leben eines Verkehrs, welcher den Orient mit dem Occident verbindet, verleiht der Stadt ihre einzige Bedeutung und gibt ihr ihre Charaktereinheit.